Union der deutschen Akademien der Wissenschaften
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Von Keilschrifttafeln bis zum Wörterbuchnetz
Vier Akademien präsentierten sich auf dem Wissenschaftssommer 2006

MÜNCHEN. Was hat geisteswissenschaftliche Grundlagenforschung mit dem Jahr der Informatik zu tun? Sehr viel, wie die Akademien aus Mainz, München, Heidelberg und Berlin auf dem von Wissenschaft im Dialog (WID) organisierten Wissenschaftssommer 2006 in München bewiesen haben. Mit insgesamt 15 Projekten verdeutlichten sie unter anderem, dass die Auswertung uralter, hethitischer Keilschrifttafeln digital besser funktioniert, dass Wörterbuchnetzwerke ganze Regalreihen ersetzen können und wie die Epigraphische Datenbank zum Beispiel 42.000 lateinische Inschriften erfasst und erschließt.


„Für uns war das Schönste die Herausforderung, sich in Sekundenschnelle auf die jeweiligen Interessenten und ihren vermuteten Erfahrungs- und Wissenshorizont einzurichten“, sagte Dr. Manfred Flieger vom Thesaurus linguae Latinae der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Er veranschaulichte zusammen mit Dr. Johann Ramminger einen Tag lang beim Jahrmarkt der Wissenschaften auf dem Münchner Marienhof den Besuchern des Standes der Akademienunion, wie ein lateinisches Wörterbuch entsteht – und welche Rolle dabei mittlerweile die elektronische Datenverarbeitung spielt.

Und manch einer wollte es ganz genau wissen. Ein kleines Mädchen etwa bekam beim Wort „Latein“ sofort glänzende Augen: „Ich fange damit nächstes Jahr in der Schule an!“, erklärte sie den Wissenschaftlern und betrachtete aufmerksam Zettelkästen und die vorbereitete Präsentation. Andere dagegen hatten mit dem Fach keine guten Erfahrungen gemacht und wollten daher umso genauer ergründen, wieso man sich eigentlich so viel Arbeit mit einem Wörterbuch mache.

Doch der Thesaurus linguae Latinae war nur eines von insgesamt 15 Projekten, die sich im Laufe des Wissenschaftssommers am Stand der Akademienunion interessierten Besuchern vorstellten. So war die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften unter anderem mit der Marx-Engels-Gesamtausgabe vertreten, erklärte das Corpus Vitrearum Medii Aevi, das mittelalterliche Glasmalereien dokumentiert sowie wissenschaftlich bearbeitet, und stellte das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache des 20. Jahrhunderts vor. Die Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz war neben den Wörterbüchern vor allem mit historischen Themen vertreten: Regesta Imperii Online etwa oder das Hethiter-Portal, das alte Keilschrifttafeln auswertet. Die Heidelberger Akademie der Wissenschaften präsentierte die Epigraphische Datenbank und das Deutsche Rechtswörterbuch. Großes Interesse fand auch die Schelling-Edition der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.

Ein willkommener Nebeneffekt: Durch den gemeinsamen Stand lernten sich Mitarbeiter ganz unterschiedlicher Arbeitsgruppen und Akademien endlich einmal persönlich kennen – und entdeckten nicht zuletzt Möglichkeiten zur weiteren Zusammenarbeit.


Kontakt
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Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften
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Markgrafenstraße 37
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Tel.: 030 / 325 98 73 70
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