Union der deutschen Akademien der Wissenschaften
DIE AKADEMIENUNION FORSCHUNG / AKADEMIENPROGRAMM KLEINE AKADEMIEGESCHICHTE AKTUELLES SERVICE
Startseite English
Aktuelles

Aus den Akademien
Datum: 29. August 2006
Nummer: 02-2006


Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

seit Jahrtausenden kultivieren Bauern Roggen, Weizen, Reis und andere Pflanzen. Neuere Verfahren wie die Züchtung von Hybridsorten, Zellkulturtechniken oder der Einsatz radioaktiver Bestrahlung ermöglichen es, das Erbgut der Kulturpflanzen dauerhaft zu verändern. Von Natur aus wären die neuen, an die Bedürfnisse der Menschen angepassten Sorten nie entstanden. Gentechnische Pflanzenzucht, also der direkte Transfer oder die gezielte Veränderung einzelner Gene, ist der vorläufig letzte und umstrittenste Schritt in dieser Entwicklung. Der Grünen Gentechnik schlägt jedoch in Deutschland ein profundes Misstrauen entgegen – obwohl die Methode ausgefeilter und sicherer ist als alle bislang in der konventionellen Landwirtschaft angewandten Techniken. Die Bauern in den Entwicklungsländern begegnen der Grünen Gentechnik pragmatischer. Sie fragen nach dem Nutzen – und entscheiden danach.

Welche Vor- und Nachteile haben die transgenen Kulturpflanzen bisher gebracht? Dieser Frage gingen die Delegierten des InterAcademyPanel (IAP) im Frühjahr auf einem von der Akademienunion vorbereiteten Workshop in Berlin nach. Die Empfehlungen dieser Experten aus aller Welt sollen nun im Dezember auf der Generalversammlung des IAP in Kairo vorgelegt werden. Das Credo: Eine immense Fülle von wissenschaftlichen Studien lässt keine Hinweise erkennen, wonach transgene Pflanzen die Umwelt oder unsere Gesundheit gefährden. Nichts deutet darauf hin, dass die Gentechnik irgendwelche neue, aus der klassischen Züchtung unbekannte oder gar unkontrollierbare Probleme hervorrufen könnte.

Die Vorteile für Bauern und Umwelt dagegen sind kaum von der Hand zu weisen: Laut einer Science-Studie konnte beispielsweise in Indien dank Bt-Baumwolle der Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel um bis zu 70 Prozent reduziert werden – zum Wohle der Bauern. Gleichzeitig stiegen die Erträge erheblich. Transgene Kulturpflanzen mit Resistenzgenen aus verwandten Wildarten oder Sorten, die schwermetallverseuchte Böden zu reinigen vermögen, dürften in Zukunft der Umwelt helfen. Pflanzen, die selbst auf salzhaltigen oder trockenen Böden gedeihen, könnten in Entwicklungsländern den Hunger entschärfen.

Es steht uns in den Industrieländern nicht zu, diesen Fortschritt zu verteufeln. Geht es den Menschen – und der Umwelt – damit besser? Das darf das einzige Kriterium sein. In der Rubrik „Forschung aktuell“ erfahren Sie mehr zum Thema.

Ich wünsche Ihnen viel Freude bei der Lektüre dieses Newsletters.

Ihr Klaus Ammann
Kommission Grüne Gentechnik der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften


Inhalt:

Forschung aktuell

Kurz notiert

Termine

Neu erschienen

Personalia

Impressum



Forschung aktuell

„Kampagnen gegen die Grüne Gentechnik ohne wissenschaftliche Grundlage“

Die Grüne Gentechnik bietet für die Entwicklungsländer große Chancen. Ein internationaler Workshop der Akademienunion erarbeitete eine unabhängige Stellungnahme.

BERLIN. Nicht ideologische Grundhaltungen, sondern ausschließlich wissenschaftlich überprüfte Fakten sollten die Diskussion um die Grüne Gentechnik bestimmen. Mit dieser Forderung endete im Frühjahr in Berlin ein internationaler Workshop, zu dem die Akademienunion im Auftrag des „InterAcademy Panel“ (IAP) eingeladen hatte. Es wurde ein unabhängiges Statement zur Bedeutung gentechnisch veränderter Nahrungsmittelpflanzen für die Entwicklungsländer erarbeitet. Dieses wird auf der Generalversammlung des IAP im Dezember in Kairo von den 92 dem IAP weltweit angehörenden Wissenschaftsakademien diskutiert werden.

Lesen Sie mehr …




Weniger Chemie auf dem Acker

Gentechnisch veränderte Pflanzen werden von vielen Umweltschützern skeptisch beäugt. Tatsächlich tragen sie dazu bei, dass Bauern nicht mehr so viel Gift auf ihre Felder sprühen.

Von Prof. emer. Dr. Hans-Walter Heldt

GÖTTINGEN. Die grüne Gentechnik ist eine unglaubliche Erfolgsgeschichte. Nur zehn Jahre nach der Einführung werden bereits auf 5 Prozent der globalen Ackerflächen gentechnisch veränderte (GV) Pflanzen angebaut, wobei allein zwischen 2003 und 2005 etwa 30 Prozent dazukamen. So wurden 2005 auf 60 Prozent der Fläche der weltweit angebauten Sojabohnen, 28 Prozent der Baumwolle, 18 Prozent des Rapses und auf 14 Prozent der mit Mais angebauten Flächen gentechnisch veränderte Sorten verwandt.

Lesen Sie mehr …




„Bei der klassischen Züchtung fragt niemand nach dem Nutzen“

Pflanzenwissenschaftler Prof. Bernd Müller-Röber über die Situation und die Potentiale der Grünen Gentechnik in Deutschland

BERLIN. Die Grüne Gentechnik ist in Deutschland wieder ein Reizwort, wissenschaftliche Freisetzungsexperimente werden bei „Feldbefreiungen“ zerstört. Zu Unrecht, wie Wissenschaftler der Akademienunion meinen. In einem Statement, das im Dezember in Kairo von 92 internationalen Wissenschaftsakademien verabschiedet werden soll, heißt es: Die Technik ist sicher und birgt besonders für die Entwicklungsländer ein großes Potential. Ein Gespräch mit dem Pflanzenwissenschaftler Prof. Dr. Bernd Müller-Röber, Mitglied in der Kommission Grüne Gentechnik der Akademienunion, über die Situation in Deutschland.

Lesen Sie mehr ...




Die gentechnische Forschung darf nicht behindert werden

Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften mahnt den Gesetzgeber, die Forschungshindernisse des gültigen Gentechnikgesetzes zu tilgen

BERLIN. Das derzeit gültige Gentechnik-Gesetz enthält unakzeptable Hindernisse für die Forschung, Freilandexperimente in der Grünen Gentechnik werden unverhältnismäßig erschwert. Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften verfasste daher eine Stellungnahme, in dem sie den Gesetzgeber auffordert, diese Hürden zu minimieren. Den Wortlaut können Sie hier nochmals abrufen.

Lesen Sie mehr …




Für eine faire Koexistenz

Das Label „gentechnikfrei“ ist für Öko-Bauern und ihre Verbände vor allem eines: ein Marketing-Instrument. Ein Kommentar

Von Prof. emer. Dr. Hans-Walter Heldt

GÖTTINGEN. Die derzeitige Diskussion über die Novellierung des Gentechnikgesetzes wird unausgesprochen durch einen Konflikt der Wirtschaftsinteressen von ökologischer und konventioneller Landwirtschaft bestimmt. Doch es kann nicht Aufgabe der Legislative sein, Marketing-Strategien einer bestimmten Interessensgruppe zu Lasten anderer zu unterstützen.

Lesen Sie mehr …




Fakten und Experten zur Grünen Gentechnik

Publikationen zur Grünen Gentechnik gibt es viele, doch nicht alle genügen wissenschaftlichen Ansprüchen. Unsere Experten haben einige Literaturhinweise für Sie zusammengestellt, aus denen Sie sich eine eigene Meinung bilden können. Sie haben trotzdem noch Fragen? Dann finden Sie hier zusätzlich eine kleine Liste ausgewiesener Experten auf dem Feld der Grünen Gentechnik. Diese Biologen und Züchtungsforscher beantworten gern die Anfragen der Medien.





„Man sollte einem Autor für nichts mehr danken als für Briefe“

Potsdamer Arbeitsstelle ediert die Briefe an den Schriftsteller Jean Paul

POTSDAM. Seine Bücher waren Bestseller. Selbst Goethe und Schiller kamen nicht umhin, sie zumindest wahrzunehmen – auch wenn die Begeisterung des lesenden Publikums für Jean Paul die beiden Begründer der Weimarer Klassik befremdete. Ein „Chinese in Rom“ sei er, der mit seiner überbordenden Sprache nicht haushalten könne. Die Bewunderer störte es nicht. Etwa 400 Korrespondenten – darunter Johann Gottfried Herder, Charlotte von Kalb, die preußische Königin Luise und Rahel Levin Varnhagen – schrieben ihm insgesamt mehr als 2200 Briefe. Diese werden derzeit in der Potsdamer Arbeitsstelle der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften erschlossen. Gefördert wird die Jean-Paul-Edition seit 1992 über das Akademienprogramm der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften.

Lesen Sie mehr …




Sämtliche Werke

Zur Geschichte der Jean-Paul-Edition

POTSDAM. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts hatte der Literaturwissenschaftler Eduard Berend (1883-1973) den Grundstein für eine historisch-kritische Gesamtausgabe der Werke Jean Pauls gelegt: Er sammelte die überlieferten Lebenszeugnisse und Druckwerke und begann, den riesigen Nachlass zu erschließen. Schnell wurde ihm klar, wie sehr für diesen Autor „Briefstellerei und Schriftstellerei“ zusammenhingen: „Diesem merkwürdigen Menschen war eben Kunst zur zweiten Natur, Dichten zum Leben, Bewusstheit zum Instinkt geworden, es ist der Schlüssel zu seinem Wesen, zu begreifen, dass diese Gegensätze für ihn keine waren.“ Doch Berends Bemühungen standen unter keinem guten Stern.


Lesen Sie mehr …





Der Liebling der Frauen

Als der Roman „Hesperus“ auf jedem Nachttisch lag, flogen Jean Paul die Herzen zu. Und er iniitierte mit Freunden und Bewunderern einen „Briefsalon“.

POTSDAM. Wenn man die Briefe seiner Bewunderinnen liest, kann man den Seufzer förmlich hören. „Der versteht mich!“, scheint so manche Frau angesichts Jean Pauls empfindsamer Texte gedacht zu haben. Für ihn hatte das durchaus Vorteile: Durch die Verbindungen der adeligen, gut gebildeten Frauen machte der Pfarrerssohn so manche Bekanntschaft, die ihm wohl sonst verwehrt geblieben wäre.

Lesen Sie mehr …





Gar nicht klassisch

Wer war Jean Paul? Zu Leben und Werk eines „antiklassischen Klassikers“.

Die Briefe an Jean Paul sind das Eine. Doch wo hat er all diese Menschen getroffen? Wie sind sie auf ihn aufmerksam geworden? Ein kleiner Blick in Biographie, Werk und Wirkung eines Goethe-Zeitgenossen.


Lesen Sie mehr …





Jean Paul besser kennenlernen

Das Leben Jean Pauls war rastlos, das Werk ist äußerst vielfältig. Wir hoffen, dass wir Sie neugierig gemacht haben, und möchten Sie einladen, sich näher mit diesem so gar nicht klassischen Zeitgenossen Goethes zu beschäftigen. Die Jean-Paul-Kennerin Monika Meier hat für Sie Publikationen, Veranstaltungen, Museen und Internetlinks zusammengestellt, die Ihnen einen tieferen Einblick in die „Briefstellerei“ dieses Autors geben. Sie haben trotzdem noch Fragen? Dann finden Sie hier zusätzlich eine kleine Liste ausgewiesener Experten. Sie beantworten gern die Anfragen der Medien.



Kurz notiert

Supercomputer für Simulationen

In Garching wurde das neue Gebäude des Leibniz-Rechenzentrums (LRZ) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften eingeweiht. Das Herzstück bildet der ebenfalls neue nationale Höchstleistungsrechner SGI Altix 4700

GARCHING. Komplexe Systeme und Prozesse in der Physik, Materialforschung, Strömungsdynamik, Astrophysik, Chemie sowie in den Geo- und Biowissenschaften zu erforschen, ist heute ohne Computer-Simulationen kaum noch denkbar. Mit dem neuen Höchstleistungsrechner im frisch eingeweihten Neubau des Leibniz-Rechenzentrums (LRZ) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften jedoch sind die Forscher international konkurrenzfähig: Ihnen steht einer der weltbesten Computer zur Verfügung.


Lesen Sie mehr …





Zukunft ist auch Herkunft:

Das Akademienprogramm bricht zu neuen Ufern auf, ohne Bewährtes über Bord zu werfen

Von Myriam Hönig

BERLIN. „Im Jahr der Geisteswissenschaften 2007 bleibt es nicht bei Lippenbekenntnissen. (…) Ein Erfolg (…) ist (…), dass für das grundlagenorientierte Akademienprogramm nach Jahren der Überrollung ein Aufwuchs von 3 Prozent vorgesehen ist. Damit ziehen die Akademien mit den im Pakt für Forschung einbezogenen Forschungsorganisationen gleich (…).“ Die Parlamentarier Ilse Aigner und Klaus-Peter Willsch verkündeten diese Nachricht im Namen der CDU/CSU-Fraktion des Deutschen Bundestages nach ersten Haushaltsberatungen des Bundes für das Jahr 2007; parallel dazu berieten Bundes- und die Ländervertreter in den entsprechenden Gremien über die weitere Entwicklung des Akademienprogramms als einem der Eckpfeiler langfristiger geisteswissenschaftlicher Grundlagenforschung in Deutschland. Der Wissenschaftsrat, der das Forschungsprogramm evaluiert und 2004 seine Empfehlungen dazu abgegeben hatte, befasste sich zustimmend mit einem ersten Umsetzungsbericht zu dem eingeleiteten Reformprozess; und die Akademienunion informierte die Forschungspolitiker aus Bund und Ländern über denselben. Vieles in diesem Sommer drehte sich um das gemeinsame Forschungsprogramm der deutschen Akademien der Wissenschaften, und das – so Gerhard Gottschalk, der Präsident der Akademienunion – auch völlig zu recht.

Lesen Sie mehr …




Kreationismus kontra Naturwissenschaft – Evolutionsforschung heute

67 Wissenschaftsakademien und der Verband deutscher Biologen engagieren sich für eine wissenschaftlich fundierte Evolutionsbiologie

BERLIN. Die Wissenschaft vom Ursprung und der Entwicklung der Lebewesen darf nicht den Kreationisten überlassen werden, sondern muss auf wissenschaftlich gesicherten Erkenntnissen beruhen, fordern die Akademienunion und 66 weitere Akademien der Wissenschaften in einem Statement des InterAcademy Panel. Der Verband deutscher Biologen (VdBiol) unterstützt diese Stellungnahme.

Lesen Sie mehr …




Wenn die Geschichtsbücher umgeschrieben werden müssen

Ein Vulkan bricht aus, der Antike fehlen 100 Jahre, und welchen Anteil eine Akademie daran nimmt – Licht und Schatten akademischer Pressearbeit

Von Dr. Johannes Schnurr

HEIDELBERG. Manchmal reicht ein kleiner Olivenast aus, um einen wissenschaftlichen Disput zu entscheiden – zumindest wenn er bei einem lange vergangenen Vulkanausbruch in Santorin verschüttet wurde und damit zu einem Fixpunkt zur Datierung vieler spätbronzezeitlicher Kulturen wird. Der Antike fehlen 100 Jahre, hat er gezeigt. Eine Erkenntnis, die nicht nur in „Science“ publiziert wurde, sondern auch einem Forschungsprojekt des Akademienprogramms ungeahnte Aufmerksamkeit zukommen ließ.

Lesen Sie mehr …




Ein ständiges Rätsel

Neue Arbeitsgruppe „Funktionen des Bewusstseins“ an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften

BERLIN. Bewusstsein hat jeder, der denkt oder spricht – aber niemand vermag genau zu sagen, was es ist. Ein ständiges Rätsel, dem sich verschiedene wissenschaftliche Disziplinen zuwenden. In der neuen Arbeitsgruppe „Funktionen des Bewusstseins“ werden junge Geistes- und Naturwissenschaftler das Bewusstsein mithilfe empirischer Erhebungen aus Psychiatrie und Psychologie, handlungs- und sprachanalytischer Untersuchungen aus Linguistik und Philosophie untersuchen. Die Arbeitsgruppe wird von Prof. Dr. Volker Gerhardt an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) geleitet und seit Juli durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert.

Lesen Sie mehr …




Klangvoll

Deutscher Musikeditionspreis “Best Edition” 2006 für „Leipziger Ausgabe der Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy“

LEIPZIG. Drei Bände der von der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig herausgegebenen „Leipziger Ausgabe der Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy“ haben auf der Musikmesse Frankfurt 2006 den Deutschen Musikeditionspreis „Best Edition“ 2006 des Deutschen Musikverleger-Verbandes e.V. (DMV) erhalten.

Lesen Sie mehr …




Haydn-Bearbeitungen nach 210 Jahren erstmals wieder zu hören

Von Dr. Gabriele Buschmeier

MAINZ. Schottische Volksliedbearbeitungen von Joseph Haydn, die bisher nur wenig bekannt sind und vermutlich seit ihrer Entstehung kaum aufgeführt wurden, konnte man kürzlich im Landtag Rheinland-Pfalz hören.

Lesen Sie mehr …




Von Keilschrifttafeln bis zum Wörterbuchnetz

Vier Akademien präsentierten sich auf dem Wissenschaftssommer 2006

MÜNCHEN. Was hat geisteswissenschaftliche Grundlagenforschung mit dem Jahr der Informatik zu tun? Sehr viel, wie die Akademien aus Mainz, München, Heidelberg und Berlin auf dem von Wissenschaft im Dialog (WID) organisierten Wissenschaftssommer 2006 in München bewiesen haben. Mit insgesamt 15 Projekten verdeutlichten sie unter anderem, dass die Auswertung uralter, hethitischer Keilschrifttafeln digital besser funktioniert, dass Wörterbuchnetzwerke ganze Regalreihen ersetzen können und wie die Epigraphische Datenbank zum Beispiel 42.000 lateinische Inschriften erfasst und erschließt.

Lesen Sie mehr …




Recht auf Wissen

Die Reform des Urheberrechts droht, wissenschaftliche Forschungsergebnisse schwerer zugänglich zu machen. Eine Stellungnahme der Akademienunion.

BERLIN. Wissenschaftliche Organisationen wie die Akademienunion fördern nicht nur die Erarbeitung, sondern auch die Verbreitung von Wissen – mit öffentlichen Geldern. Die Reform des Urheberrechts jedoch droht, diese Aufgabe deutlich zu erschweren. Der elektronische Zugriff der Öffentlichkeit auf die Forschungsergebnisse der deutschen Akademien der Wissenschaften ist gefährdet. Damit unser kulturelles Erbe, das durch die Forschungsprojekte der Akademien erschlossen und bewahrt wird, auch weiterhin für jedermann zugänglich bleibt, hat der Beauftragte für Urheberrechtsfragen der Akademienunion, Prof. Dr. Gerald Spindler, konkrete Änderungsvorschläge erarbeitet.

Lesen Sie mehr …




Für den offenen Austausch von Forschungsergebnissen

BERLIN. Um den freien Zugang zu den im Akademienprogramm erarbeiteten Grundlagenwerken zu sichern und die Interessen der Forschung im Publikationswesen zu wahren, ist die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften der sogenannten „Göttinger Erklärung zum Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft“ beigetreten.

Lesen Sie mehr …




Minister zu Besuch in der Mainzer Akademie

Von Dr. Carlo Servatius

MAINZ. Welche Ziele haben die Langfristprojekte des Akademienprogramms? Wie können digitale Medien bei der Präsentation dieser Vorhaben helfen? Udo Corts, der hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, informierte sich vor Ort.

Lesen Sie mehr …




Mehr Präsenz in Brandenburg

BERLIN. Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften will in Zukunft ihre Aktivitäten im Land Brandenburg verstärken. Neben den erfolgreichen Schulvorlesungen in Brandenburger Schulen sollen in Zukunft auch Workshops zu aktuellen Zukunftsfragen wie der Risiko- und Chancen-Abwägung des wissenschaftlichen Fortschritts angeboten werden.

Lesen Sie mehr …




Leipziger Kunst für Mainzer Akademie

MAINZ. Eine lebensgroße Stahlskulptur mit dem Titel „Stunde und Minute“ schmückt künftig den neuen Garten der Mainzer Akademie der Wissenschaften.

Lesen Sie mehr …




Termine

Einzigartige Mozart-Exponate

„Theater um Mozart“ – Pressekonferenz zur Sonderausstellung anlässlich des 250. Geburtstages von W.A. Mozart

HEIDELBERG. Seltene Originalhandschriften des Musikgenies Mozart sowie frühe Bühnenbildentwürfe der Zauberflöte sind vom 19. September bis 19. November 2006 in Schwetzingen und Heidelberg anlässlich des Mozartjahres zu sehen. Die Heidelberger Akademie der Wissenschaften ist einer der Veranstalter der Sonderausstellung und lädt daher am 15. September 2006, 11 Uhr, zur Pressekonferenz ins Kurpfälzische Museum der Stadt Heidelberg (Schiffsgasse 10) ein.

Lesen Sie mehr …




Zwischen Friedenssehnsucht und Spracharbeit

KÖTHEN. Obwohl der Dreißigjährige Krieg noch tobte und die Glaubensgegensätze zwischen Protestanten und Katholiken ganz Europa spalteten, wendete sich die „Fruchtbringende Gesellschaft“ voller Friedenssehnsucht der Pflege der deutschen Sprache zu – und wurde zur größten und bedeutendsten deutschen „Sprachgesellschaft“ des Barock. In der Köthener Schlosskapelle wird nun am 8. September 2006, 16 Uhr, der jüngste Editionsband „Briefe der Fruchtbringenden Gesellschaft und Beilagen“ mit den Korrespondenzjahrgängen 1637 und 1638 (4. Köthener Briefband) der Öffentlichkeit präsentiert. Die 124 Briefe und 52 Beilagen gewähren seltene Einblicke in das Geistesleben einer Akademie des 17. Jahrhunderts. Es laden ein: die Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, das Historische Museum für Mittelanhalt & Bach-Gedenkstätte Schloss Köthen und die Sächsische Akademie der Wissenschaften.

Lesen Sie mehr …




Auch Maschinen können lernen

Göttinger Akademiewoche 2006: „Informatik - von der Digitalen Kommunikation zur Robotik“

GÖTTINGEN. Was bringt uns künftig das Internet? Was werden Mobiltelefone noch alles können? Und kann es Maschinen geben, die sich wie Menschen selbständig ihrer Umwelt anpassen? Antworten auf diese Fragen gibt es vom 25. bis zum 29. September 2006 bei der Akademiewoche der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.

Lesen Sie mehr …




Veranstaltungskalender

In einer Vielzahl von Vorträgen, Symposien und Ausstellungen stellen Ihnen die Akademien der Wissenschaften ihre Arbeit vor. Manche sind eher für ein Fachpublikum geeignet oder nur mit Einladung zugänglich, andere sprechen die breite Öffentlichkeit an. Wenn Sie Fragen zu einer Veranstaltung haben oder als Medienvertreter bzw. interessierter Zuhörer teilnehmen möchten, wenden Sie sich bitte an die entsprechende Akademie. Die Kontaktadressen finden Sie am Ende des Kalenders.

Lesen Sie mehr …



Neu erschienen

In geheimer Mission

Die Korrespondenz von Leibniz zeigt nicht nur philosophische Gedankengänge, sondern offenbart auch gut gehütete Geheimnisse

HANNOVER. Aus einem der größten Nachlässe der Geistesgeschichte, den 200.000 Blatt umfassenden Handschriften des Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716), sind kürzlich zwei neue Bände des Briefwechsels in Hannover präsentiert worden. Die Bände erschließen Material, das zu 75 Prozent bisher nicht der Öffentlichkeit zugänglich war, und erhellen u. a. Geheimaktionen von Leibniz, die dieser selbst so geschickt verschleiert hat, dass sie erst jetzt ans Licht gekommen sind.

Lesen Sie mehr …




Offen, ehrlich, transparent: Wie Politikberatung in Deutschland besser werden kann

BERLIN. Nicht immer kann sich die deutsche Regierung auf ihre wissenschaftliche Beratung verlassen; das stellen die Gutachten des Wissenschaftsrats zur Ressortforschung des Bundes kritisch fest. Aber wonach bemisst sich die Qualität einer wissenschaftlichen Expertise? Und wie kann sie kontrolliert und gesichert werden? Die Broschüre „Standards and ‘Best Practices’ of Scientific Policy Advice“ der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Britischen Botschaft verweist als Modell für eine Politikberatung, die höchsten Ansprüchen genügt, auf die britische Einrichtung des „Chief Scientific Adviser“.

Lesen Sie mehr …




Wo steht Deutschland in der Stammzellforschung?

Ergänzungsband zum ersten Gentechnologiebericht

BERLIN. Deutschland ist ein guter Standort für Forschung auf dem Gebiet der regenerativen Medizin. Die weitere Entwicklung erfordert jedoch Reformen der derzeitigen Gesetzgebung für Stammzellforschung. Dies ist das Ergebnis einer Studie zur Stammzellforschung und Zelltherapie der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

Lesen Sie mehr …




Hoffentlich nicht zu viele „Zusammengekrotzte“!

Erste Lieferung des „Wörterbuchs der Winzersprache“ auf CD-ROM

KAISERSLAUTERN. Wenn sich Winzer über ihre Arbeit, ihre Sorgen und Nöte unterhalten, so kann das etwas derbe klingen. „Arschlos“ ist eine Rebe, deren untere Wurzeln abgestorben sind. Und allzu viele „Zusammengekrotzte“ will man auch nicht haben – schließlich lassen sich vertrocknete Beeren nicht verkaufen. „Bettschisser“ dagegen sind nichts Verwerfliches, allerdings spielt die saure, einheimische Weinsorte heute kaum noch eine Rolle. Im „Wörterbuch der Winzersprache“ aus dem Akademienprogramm wird die jahrhundertealte und bislang nur mündlich überlieferte Arbeitssprache rund um den Wein dokumentiert und damit ein Stück Sprach- und Kulturtradition vor dem Untergang bewahrt. Die erste Lieferung ist nun auf CD-ROM erschienen.

Lesen Sie mehr …




Haben wir genug Energie?

Eine Denkschrift der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften zur Sicherung der Energieversorgung

DÜSSELDORF. Anhaltende politische Spannungen im öl- und gasreichen Nahen Osten und die Lieferengpässe bei Erdgas verdeutlichen, dass die langfristige Sicherheit unserer Energieversorgung überprüft werden muss. Insbesondere der enorm steigende Energiebedarf in den aufstrebenden Ländern Asiens und der Dritten Welt erfordert ein zügiges und angemessenes Handeln. Die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften wendet sich daher mit der Denkschrift „Die Energieversorgung sichern. Politische, technologische und wirtschaftliche Implikationen“ an die Öffentlichkeit und die Politiker.

Lesen Sie mehr …




Es sagt aus alten Tagen

„Die Inschriften des ehemaligen Landkreises Querfurt“

LEIPZIG. Sie begegnen einem überall, auf jeder Burg, in jeder Stadt: deutsche Inschriften. Doch oft sind diese einzigartigen Quellen auf Stein, Holz, Keramik, Glas, Textilien und Leder bereits so verwittert oder verwaschen, dass sie kaum mehr lesbar sind. Um sie weiterhin für Geschichte, Kunstgeschichte, Volkskunde, Theologie und die Sprachwissenschaften nutzen zu können, werden in einem Gemeinschaftsprojekt des Akademienprogramms die „Deutschen Inschriften des Mittelalters“ gesammelt. Nun erschien der 64. Band der Reihe: „Die Inschriften des ehemaligen Landkreises Querfurt“, gesammelt und bearbeitet von Ilas Bartusch.

Lesen Sie mehr …




Weitere Publikationen aus den Akademien

Die deutschen Akademien der Wissenschaften möchten Sie einladen, sich genauer mit ihren geistes- und naturwissenschaftlichen Forschungsergebnissen zu beschäftigen und bieten Ihnen eine Fundgrube von Publikationen. Manche sind nur für ein Fachpublikum geeignet, andere sprechen die breite Öffentlichkeit an. Eine Auswahl der aktuellen Neuerscheinungen finden Sie hier.

Lesen Sie mehr …




Personalia

Vom Hoffnungsbild kultureller Lerngemeinschaften

Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geht an BBAW-Mitglied Prof. Dr. Wolf Lepenies

BERLIN. Der Stiftungsrat des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels hat den deutschen Soziologen, früheren Rektor des Wissenschaftskollegs zu Berlin und Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Prof. Dr. Wolf Lepenies, zum diesjährigen Träger des Friedenspreises gewählt. Die Verleihung findet während der Frankfurter Buchmesse am Sonntag, 8. Oktober 2006, in der Paulskirche statt. Der Friedenspreis ist mit 25.000 Euro dotiert.

Lesen Sie mehr …




Den Genen von Mikroorganismen auf der Spur

Universität Marburg ehrte den Präsidenten der Akademienunion mit Medizinpreis

MARBURG. Der Präsident der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften, Prof. Dr. Gerhard Gottschalk, wurde mit einer der höchstdotierten deutschen Medizinauszeichnungen geehrt. Für seine überragenden Verdienste um die Mikrobiologie verlieh ihm und dem Würzburger Mikrobiologen Prof. Dr. Werner Goebel der Präsident der Philipps-Universität Marburg den Emil-von-Behring-Preis. Das Preisgeld von insgesamt 25.000 Euro stiftete der Impfstoffhersteller Novartis Behring.

Lesen Sie mehr …




Elektrochemiker geehrt

Verleihung der Wilhelm-Ostwald-Medaille 2006 an Prof. Dr. Gerhard Kreysa

LEIPZIG. Die Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig hat bei Ihrer Öffentlichen Frühjahrssitzung dem Chemiker Prof. Dr. Gerhard Kreysa die Wilhelm-Ostwald-Medaille verliehen. Damit wurden seine herausragenden Leistungen in der angewandten Elektrochemie und die großen Verdienste um die Neuordnung der sächsischen Wissenschaft seit 1989/1990 gewürdigt.

Lesen Sie mehr …




Neue Akademiemitglieder gewählt

Die Akademien in Berlin, Heidelberg und Mainz haben hervorragende Gelehrte zu neuen Mitgliedern gewählt. Die Wahl gilt als eine hohe Auszeichnung in der wissenschaftlichen Welt.




Geehrt




Verstorben





Stellenangebot

Sachbearbeiter/-in für Haushalt und Finanzen gesucht


Lesen Sie mehr …


Impressum

"Aus den Akademien“
wird herausgegeben von der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften


Redaktion:
Myriam Hönig (v.i.S.d.P.)
Dr. Annette Schaefgen

Weitere Autoren dieser Ausgabe:
Prof. Dr. Hans Walter Heldt, Prof. Dr. Klaus Ammann, Dr. Johannes Schnurr, Dr. Carlo Servatius, Dr. Gabriele Buschmeier

Gestaltung:
Jasper Lüdke

Kontakt:
Union der deutschen Akademien der Wissenschaften / Büro Berlin
Markgrafenstraße 37
10117 Berlin
Tel.: 030 325 98 73 72
Fax: 030 325 98 73 73
E-Mail: schaefgen@akademienunion-berlin.de
Internet: www.akademienunion.de

Alle Rechte vorbehalten. Die Verwendung und weitere Veröffentlichung
der Beiträge ist honorarfrei, sofern die Quelle benannt wird und Sie uns
zwei Belegexemplare an die oben genannte Adresse senden.



Hinweis
Diesen Newsletter können Sie abbestellen, indem Sie eine leere E-Mail an
newsletter-abbestellen@akademienunion-berlin.de schicken.

Kontakt
Union der deutschen Akademien
der Wissenschaften
Büro Berlin
Myriam Hönig (v.i.S.d.P.)
Dr. Annette Schaefgen
Markgrafenstraße 37
10117 Berlin
Tel. 030 / 325 98 73 70
schaefgen@akademienunion-berlin.de

"Aus den Akademien"
Ausgabe 04-2008
Ausgabe 03-2008
Ausgabe 02-2008
Ausgabe 01-2008
Ausgabe 02-2007
Ausgabe 01-2007
Ausgabe 03-2006
Ausgabe 02-2006
Ausgabe 01-2006

Abonnieren
Sie können sich neue Ausgaben regelmäßig per E-Mail zuschicken lassen.
"Aus den Akademien" abonnieren

Abbestellen
Um "Aus den Akademien" abzubestellen, senden Sie bitte eine leere E-Mail an:
newsletter-abbestellen@
akademienunion-berlin.de


Die AkademienBerlinGöttingenMünchenLeipzigHeidelbergMainzDüsseldorf Impressum