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MAINZ. Er sei ein feinfühliger Beobachter des Alltags, dem keine Merkwürdigkeit entgeht und dessen Werk „die Eleganz des Intellektes mit hintergründiger Sensibilität“ vereint. So begründete die diesjährige Jurorin, Felicitas von Lovenberg, ihre Wahl. Nach Wolf Biermann, Sigrid Damm und anderen erhielt der Lyriker, Erzähler und Romancier Michael Krüger für sein Gesamtwerk den Mörike-Preis der Stadt Fellbach. Der Preis ist mit 12.000 Euro dotiert.
„Ein Tag ohne die Lektüre eines Gedichtes ist ein verlorener Tag“, hat Krüger einmal in einem Interview der Zeitung „Die Welt“ gesagt. Das will er den Menschen zeigen und kämpft dafür als Schriftsteller und Verleger an zwei Fronten sozusagen als Dichter nach Geschäftsschluss. Mit Mörike verbindet das ordentliche Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz der Jury des Mörike-Preises zufolge eine „genaue Kenntnis der lyrischen Tradition und hoch reflektierte Belebung des Naturgedichts“ sowie die ironische Weltsicht.
Michael Krüger ist 1943 im sächsischen Wittgendorf bei Zeitz geboren und absolvierte nach dem Abitur zunächst eine Verlagsbuchhändler- und Buchdruckerlehre. Daneben besuchte er als Gasthörer Veranstaltungen der Freien Universität Berlin. Nach drei Jahren als Buchhändler in London begann er 1966 mit seiner Tätigkeit als Literaturkritiker. Zwei Jahre später wurde er Verlagslektor im Carl Hanser Verlag und übernahm 1986 dessen Leitung. Seit 1981 ist er außerdem Herausgeber der Literaturzeitschrift „Akzente“.
Seine ersten Gedichte veröffentlichte Krüger im Jahr 1972, sein Debüt als Erzähler folgte 1984 mit dem Band „Was tun? Eine altmodische Geschichte“. Für sein vielseitiges Werk, zu dem unter anderem „Die Cellospielerin“ (2000) und „Die Turiner Komödie“ (2005) zählen, wurde er nun mit dem Mörike-Preis ausgezeichnet. 2006 wird er außerdem mit dem Titel eines Ehrendoktors der Philosophie von der Universität Bielefeld geehrt. Michael Krüger lebt in München.
Kontakt:
Petra Plättner
Referentin der Klasse der Literatur
der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz
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55131 Mainz
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