|
DÜSSELDORF. Wenn Klaus Mezger Himmelskörper untersucht, braucht er keine großen Gesteinsbrocken. Schon ein einzelnes Körnchen vom Mond, Mars oder der Erde reichen dem Geologen, um ihr Alter genau zu bestimmen und Schlüsselereignisse in der Geschichte der Planeten zu rekonstruieren. Für seine hochpräzisen Analysetechniken erhielt das Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften den Leibnizpreis 2006, den mit 1,55 Millionen Euro höchstdotierten deutschen Forschungspreis.
Ein Stein ist für Mezger nicht einfach nur ein Stein. Selbst unscheinbare Bröckchen aus dem All oder von der Erde erzählen ihm eine Geschichte: Wann sie entstanden, welche Temperatur- und Druckverhältnisse damals herrschten, wie sich die Planeten entwickelten, von denen sie stammen. Denn die Bildung bestimmter Materialien kann er oft direkt mit geologischen Prozessen verknüpfen: Der Direktor des Instituts für Mineralogie und Leiter des Zentrallabors für Geochronologie der Universität Münster hat präzise Messverfahren von Isotopenverhältnissen und Spurenelementkonzentrationen so kombiniert, dass er selbst mit kleinsten Probenmengen Rückschlüsse auf die Genese von Schmelzen und die genaue Entwicklung des Erdkörpers während seiner Geschichte ziehen kann. Er konnte erstmals zeigen, dass sich die Kerne der Erde und des Mars innerhalb von 30 Millionen Jahren nach der Entstehung des Sonnensystems bildeten. Die in Mezgers Institut entwickelten Methoden erreichen weltweit die höchste Präzision.
Mit den 1,55 Millionen Euro Preisgeld will Mezger zusammen mit neuen Doktoranden und Postdoktoranden weitere Forschungsprojekte starten vor allem zur Entstehung des frühen Sonnensystems und der frühen Erde. Die insgesamt elf Preisträger 2006 im Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Programm der DFG können die Fördersumme in einem Zeitraum von fünf Jahren flexibel für ihre Forschung einsetzen.
Klaus Mezger studierte in Würzburg und an der State University of New York in Albany Mineralogie und Geologie und promovierte 1989 an der State University of New York in Stony Brook. Nach einer zweijährigen Postdoc-Zeit in Ann Arbor/ Michigan ging er dann zum Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz. Er habilitierte sich 1995 und wurde 1997 an die Universität Münster berufen, wo er als Direktor des Instituts für Mineralogie und Leiter des Zentrallabors für Geochronologie arbeitet. Er ist seit 2004 Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften.
Kontakt:
Bernhard Scharfenberger
Referent in der Geschäftsstelle
der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften
Karl-Arnold-Haus der Wissenschaften
Palmenstraße 16
40217 Düsseldorf
Tel.: 0211 / 61 734 12
Bernhard.Scharfenberger@akdw.nrw.de
www.akdw.nrw.de
|