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Wie Bilder Angst machen

HEIDELBERG. Für ihre Forschung über die neuronalen Grundlagen von Furcht wurde Dr. Silke Anders mit dem Förderpreis der Ingrid zu Solms-Stiftung ausgezeichnet. Sie analysierte, ob unangenehme Bilder, die das Großhirn gar nicht bewusst wahrnehmen kann, dennoch Gefühle wie Furcht auslösen können. Die Studie erschien in der Fachzeitschrift „Nature Neuroscience“.

Gemeinsam mit Prof. Niels Birbaumer und Dr. Martin Lotze vom Institut für Medizinische Psychologie der Universität Tübingen sowie Wissenschaftlern der Tübinger Universitäts-Augenklinik und der Radiologischen Universitätsklinik untersuchte sie Patienten, bei denen der Sitz des bewussten Sehens im Großhirn geschädigt, deren Auge und Sehnerv jedoch intakt waren.

Sie präsentierte den Versuchspersonen das Bild eines Mannes, das zunächst emotional als neutral wahrgenommen wurde. Es erhielt erst eine negative Bedeutung, als Anders das Bild immer wieder mit einem für den Patienten unangenehmen Reiz verband. Das Erstaunliche: Auch wenn ihnen Anders anschließend das Bild in dem Bereich ihres Gesichtsfeldes zeigte, in dem sie es nicht bewusst sehen konnten, reagierte ihr Körper dennoch und sie berichteten von negativen Gefühlen.

„Die für diese Gefühle möglicherweise verantwortliche Gehirnregion konnten wir mit Hilfe von Magnetresonanztomografie identifizieren. Sie liegt in der Nähe des Teils des Gehirns, in dem Reize aus der Körperperipherie verarbeitet werden“, sagte Anders. Dort könnte die Schnittstelle zwischen körperlichen emotionalen Reaktionen und bewusst wahrgenommenen Gefühlen liegen.

Dr. Silke Anders ist Sprecherin des Projekts „Neuronale Repräsentationen der Kommunikation von Emotionen“. Das Projekt ist Teil des WIN-Kollegs, des Nachwuchsforschungsprogramms der Heidelberger Akademie der Wissenschaften.

Kontakt:
Dr. Johannes Schnurr
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
der Heidelberger Akademie der Wissenschaften
Karlstr. 4
69117 Heidelberg
Tel.: 06221 / 54 34 00
johannes.schnurr@urz.uni-heidelberg.de
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