Union der deutschen Akademien der Wissenschaften
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Aktuelles

Aus den Akademien
Datum: 5. April 2006
Nummer: 01-2006


Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

es ist geschafft: Die erste Ausgabe unseres neuen elektronischen Newsletters "Aus den Akademien" erreicht Sie hiermit. Nun hoffen wir auf Ihr reges Interesse an den Neuigkeiten aus den sieben in der Union zusammengeschlossenen deutschen Akademien der Wissenschaften. Was tut sich bei den Forschungsprojekten? Wer hat worüber veröffentlicht? Und gibt es spannende Personalia? All das wollen wir künftig vier Mal im Jahr für Sie zusammenstellen.

Sollte Sie "Aus den Akademien" nur über Umwege erreicht haben, so können Sie den Newsletter auch direkt bestellen (im Internet unter www.akademienunion.de/newsletter oder per Mail an die Adresse newsletter-abonnieren@akademienunion-berlin.de). Wenn Sie "Aus den Akademien" nicht mehr beziehen möchten, schicken Sie einfach eine leere Mail an newsletter-abbestellen@akademienunion-berlin.de.

Doch nun wünsche ich Ihnen viel Spaß bei Ihrem individuellen Erkundungsgang durch die Welt der deutschen Wissenschaftsakademien.

Ihr Gerhard Gottschalk
Präsident der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften


Inhalt:

Forschung aktuell

Kurz notiert

Termine

Neu erschienen

Personalia

Impressum



Forschung aktuell

Keine Note geht verloren

Die "Neue Mozart-Ausgabe" sammelt das musikalische Schaffen des Komponisten

SALZBURG. Drei Regalmeter füllen die roten Leinenbände der Neuen Mozart-Ausgabe. Mit viel Ausdauer und Akribie haben mehr als 70 renommierte Musikwissenschaftler aus aller Welt in mehr als 50 Jahren alle Werke Mozarts neu ediert. Sie widerlegten dabei etliche Mythen und brachten manch Vergessenes ans Licht. Seit 1976 fördert die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften das Vorhaben mit insgesamt 2,83 Millionen Euro.

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Wach geküsst

Höhepunkte aus 50 Jahren "Neue Mozart-Ausgabe"

SALZBURG. Manchmal braucht eine feine Dame keinen Prinz, um aus ihrem Dornröschenschlaf zu erwachen. Akribische Musikwissenschaftler reichen vollkommen. Zumindest für Sandrina, die "Gärtnerin aus Liebe". Das Autograph zum I. Akt der Oper des erst 19-jährigen Mozart ging bereits zu seinen Lebzeiten verloren, danach existierte ihre italienische und deutsche Fassung jeweils nur noch als Torso. Die Editoren des Werkes in der Neuen Mozart-Ausgabe aus dem Akademienprogramm jedoch konnten für den I. Akt Ersatzquellen und auch ein Textbuch der deutschen Fassung heranziehen. Erstmals gaben sie "La Finta Giardiniera" komplett heraus, so dass Sandrina wieder durch ein Labyrinth leidenschaftlicher Verstrickungen irren kann. Nun – am Anfang des Mozartjahres – findet sie sich statt im Garten des Podestà in einem Baumarkt wieder. Und wird in Doris Dörries Inszenierung am Landestheater Salzburg gefeiert.

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Keine Komponiermaschine

Auch das Musikgenie Mozart musste hart arbeiten. Seine Skizzen und Fragmente belegen es

WÜRZBURG. Der Götterliebling Mozart, so geht die Legende, habe seine Kompositionen sehr schnell und vollständig im Kopf entworfen, sie wie auf einer Computer-Festplatte abgespeichert und dann nur noch mechanisch aufgeschrieben. Egal, was um ihn herum geschah, das Genie ließ sich nicht beirren. "Unsinn", sagt Prof. Dr. Ulrich Konrad. Der Würzburger Musikwissenschaftler hat für die Neue Mozart-Ausgabe (NMA) aus dem Akademienprogramm die Skizzen und Fragmente Mozarts ediert – und ist dabei dem wahren Schaffensprozess Mozarts näher gekommen. Aus der Komponiermaschine macht er wieder einen Menschen. Einen unglaublich arbeitsamen und begabten.

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Jedem seinen Mozart

Noten, Kommentare und Autographe kostenfrei im Internet abrufbar

SALZBURG. Die Erwartungen sind so unterschiedlich wie die Menschen, die sich für Mozart begeistern: Während sich der eine zum ersten Mal an ein Werk traut, erforscht es der andere seit Jahren. Und während den Laien die 24.000 Notenseiten und 8.000 Seiten Kritische Berichte der Neuen Mozart-Ausgabe (NMA) ratlos machen, kann es für den ausgewiesenen Experten gar nicht aktuell und ausführlich genug sein. Für dieses Dilemma hat die Internationale Stiftung Mozarteum nun eine Lösung. Sie hat die Neue Mozart-Ausgabe aus dem Akademienprogramm Schritt für Schritt digitalisiert. Im Internet will sie sie nun so präsentieren und ergänzen, dass jeder Nutzer das findet, was er sucht.

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Mozarts "allerliebstes, bestes Herzensweibchen"

HEIDELBERG. Constanze hatte keine Chance. Egal was sie tat, die Nachwelt hatte ihr Urteil über die Frau von Wolfgang Amadeus Mozart bereits gefällt: Eine schlechte Haushälterin sei sie gewesen, ein liederliches Weib. Vor allem jedoch habe diese "bestürzend banale" Frau das Genie ihres Mannes nicht erkannt. Keine gute Ehe, da schlossen sich die Mozartforscher dem Vater Leopold Mozart an. Prof. Dr. Silke Leopold, ordentliches Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, versucht nun eine Ehrenrettung.

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Alles über Amadé

Aus der Flut von Publikationen und Veranstaltungen im Mozartjahr haben wir einige für Sie ausgewählt, an denen die Akademien, Akademiemitglieder oder die Internationale Stiftung Mozarteum beteiligt sind. Sie haben trotzdem noch Fragen? Dann finden Sie hier zusätzlich eine kleine Liste ausgewiesener Mozartkenner. Diese Musikwissenschaftler beantworten gern die Anfragen der Medien.

Veranstaltungen
Publikationen
Experten





Alte Weisheit und neue Wege

Das Centrum Orbis Orientalis sammelt die Forschung zum semitischen Sprachraum

GÖTTINGEN. Auf den ersten Blick mutet die Keilschrifttafel wie eine krude technische Zeichnung an. Doch sie bezeugt, wie die Menschen im Orient vor etwa 2500 Jahren die Welt sahen: mit Babylonien, Assyrien und Susa im Zentrum, jenseits des alles umschließenden Ozeans nur noch die Gefilde der Götter und der mythischen Wesen. Heute dient die Karte dem neu gegründeten Forschungszentrum Centrum Orbis Orientalis (CORO) als Emblem. Und symbolisiert, dass die in verschiedene Göttinger Institutionen und Fakultäten aufgesplitterte Forschung zum semitischen Sprachraum wieder unter ein gemeinsames Dach gefunden hat. Gestützt wird das CORO durch zwei Pfeiler aus dem Akademienprogramm: das Septuaginta-Unternehmen und das Qumran-Wörterbuch.

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Jenseits des Zettelkastens

Datenbank zum Qumran-Wörterbuch dokumentiert den Wandel des Hebräischen

GÖTTINGEN. Wurde früher ein Wörterbuch vorbereitet, führten die Vorarbeiten unweigerlich zu Unmengen von Zettelkästen. Das Göttinger Qumran-Lexikon geht andere Wege: Die Semitisten und Alttestamentler erstellen zunächst eine umfangreiche Datenbank, die sie in einem zweiten Schritt auswerten. Seit 2006 wird das Projekt im Akademienprogramm gefördert.

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Vom Polytheismus zu dem einen Gott

GÖTTINGEN. Lange Zeit lebten die Juden ohne Torah, waren das erste Gebot und die biblische Überlieferung nur eine Randerscheinung im Volke Israel. Doch obwohl es weder sozial noch religiös von seinen Nachbarn zu unterscheiden war, brachte es eine bis heute wirkungsmächtige Literatur hervor. Darauf weisen zumindest die Analysen des Göttinger Alttestamentlers Reinhard Gregor Kratz hin.

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Wissen aus dem Centrum Orbis Orientalis

GÖTTINGEN. Obwohl erst im Jahr 2005 gegründet, kann das Centrum Orbis Orientalis (CORO) der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen und der Georg-August-Universität Göttingen bereits auf einige bedeutende Publikationen und eine Vielzahl von Veranstaltungen hinweisen. Denn unter dem Dach des CORO hat ein Schatz aus dem Akademienprogramm eine neue Heimat gefunden: das Septuaginta-Unternehmen, das seit etwa 100 Jahren eines der bedeutendsten Werke der Weltliteratur erforscht. Die Veranstaltungen werden vor allem durch das ebenfalls dort angesiedelte Graduiertenkolleg getragen.

Veranstaltungen
Experten
Publikationen



Kurz notiert

Mauerblümchen geisteswissenschaftliche Grundlagenforschung?

BERLIN. Auf den ersten Blick sind es unscheinbare Pflänzchen. Sie wachsen langsam, haben komplizierte Namen und schillern weniger als ihre "Nano"-Nachbarn. Doch muss die geisteswissenschaftliche Grundlagenforschung deshalb für die Öffentlichkeit ein Mauerblümchen bleiben? Oder kann man auch sie populär vermitteln? Darüber diskutierten in einem Workshop der Akademienunion Journalisten, Wissenschaftler und PR-Vertreter von Akademien, Hochschulen und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

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Akademie der Wissenschaften zu Hamburg gegründet

HAMBURG. "Mit großer Freude" begrüßte der Präsident der Akademienunion, Prof. Dr. Gerhard Gottschalk, die Gründung der Akademie der Wissenschaften zu Hamburg. Als interdisziplinäres Forum für die Forschung in Norddeutschland zählt sie derzeit 80 ordentliche, Senior- und Ehrenmitglieder. Sie werden künftig – unterstützt von Nachwuchswissenschaftlern – unter anderem auf Themengebieten wie Klimawandel und Nanotechnologie zusammenarbeiten.

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Gar nicht so fremd: "Europa im Nahen Osten – der Nahe Osten in Europa"

BERLIN. Morddrohungen gegen europäische Karikaturisten, Entführungen im Irak – der Nahe Osten scheint unverständlich und fremd. Jenseits der Schlagzeilen gibt es jedoch in Geschichte, Kultur, Religion und Politik vielfältige Verflechtungen zwischen Europa und dem Nahen Osten. Ein gemeinsames Forschungsprogramm der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften der Fritz Thyssen Stiftung und des Wissenschaftskollegs Berlin wird sie in den nächsten fünf Jahren ausloten.

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Und wo steht der Mensch?

BERLIN. Unabsehbar sind die Fortschritte der Lebenswissenschaften, der Abschluss des Humangenomprojekts ist nur ein Beispiel. Doch was heißt das für das Selbstverständnis des Menschen? Um das überkommene Welt- und Menschenbild zu überdenken, finanziert die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften 2006 und 2007 die interdisziplinäre Arbeitsgruppe "Humanprojekt – Zur Stellung des Menschen in der Natur". Sie wird von Prof. Dr. Detlev Ganten, Prof. Dr. Volker Gerhardt und Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin geleitet.

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Nachwuchsforscher glänzen mit einzigartiger Zusammenarbeit

HEIDELBERG. Was passiert, wenn man junge Juristen, Philosophen, Theologen, Historiker und Wirtschaftswissenschaftler gemeinsam die "Kulturellen Grundlagen der europäischen Einigung" erforschen lässt? Sie leisten hervorragende Arbeit. Das jedenfalls bescheinigten auswärtige Gutachter von Rang allen drei überprüften Arbeitsgruppen des Heidelberger Akademie-Kollegs für den wissenschaftlichen Nachwuchs (WIN).

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Förderung für Elite-Studenten

MÜNCHEN. Im Elitenetzwerk Bayern beteiligt sich die Bayerische Akademie der Wissenschaften erstmals an einem Studiengang, in dem besonders leistungsfähige Studierende individuell gefördert werden. Der internationale und interdisziplinäre Masterstudiengang "Historische Kunst- und Bilddiskurse" ist eine Kooperation mit der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, den Universitäten Augsburg und München, dem Münchener Stadtmuseum, dem Fotomuseum und dem Filmmuseum.

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Termine

Geschichten von Ruhm und Ehre

MAINZ. Manchmal erscheinen sie überlebensgroß: Ein Bischof in vollem Ornat, um ihn herum drängen sich seine Schäfchen. Oder ein prächtiger Fürst, zu seinen Füßen ein Tier aus seinem Wappen. Sie begegnen uns in Kirchen und Klöstern, in Burgen und Schlössern. Meist gehen Besucher achtlos an den Grabplatten vorbei. Dabei erzählen sie Geschichten von Ruhm und Ehre. Am 6. April wird in der Mainzer Akademie eine Dokumentation des Projekts "Grabdenkmäler in Hessen" präsentiert. Sie macht eine wenig genutzte Quellengattung besser zugänglich.

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Zeitreise ins Eis

HEIDELBERG. Was Bäume uns erzählen können, versteht Michael Friedrich besonders gut. Anhand ihrer Jahrringe kann er ermitteln, wann die Römer von Hochwassern heimgesucht wurden, wie schnell sich das Klima am Ende der letzten Eiszeit wandelte oder wann eine steinzeitliche Pfahlbausiedlung errichtet wurde. Der Mitarbeiter der Heidelberger Forschungsstelle für "Radiometrische Altersbestimmung von Wasser und Sedimenten" und des Hohenheimer Jahrringkalenders berichtet über diese Zeitreisen am 25. April 2006 in der Heidelberger Akademie der Wissenschaften.

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Wenn aus Mondlandschaften Seenplatten werden

LEIPZIG. Die Gruben brachten einst Geld und Arbeit in die Bergbauregionen Europas - heute jedoch sind die vernarbten Landschaften ein schwieriges Erbe. Wie man die Mondlandschaften der Tagebaugebiete und die durchlöcherten Reviere wieder mit Leben füllen kann, hat das EU-Projekt "REVITAMIN – Revitalisierung von ehemaligen Bergbauflächen und -gebieten" in einem internationalen Vergleich ermittelt. Die Ergebnisse werden am 8. und 9. Mai in der Sächsischen Akademie der Wissenschaften der Öffentlichkeit vorgestellt.

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Akademienunion organisiert internationale Stellungnahme zur Grünen Gentechnik

BERLIN. Um Chancen und Risiken der Grünen Gentechnik ranken sich viele Zweifel und Unsicherheiten. Die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften möchte den weltweit existierenden Ängsten begegnen und engagiert sich deshalb für sachliche Aufklärung. Am 26. und 27. Mai 2006 organisiert sie im Auftrag des "InterAcademy Panel" (IAP) einen Workshop, auf dem ein unabhängiges Statement zur Bedeutung gentechnisch veränderter Nahrungsmittelpflanzen für eine wachsende Weltbevölkerung erarbeitet werden soll. Falls die 92 dem IAP weltweit angehörenden Wissenschaftsakademien die Stellungnahme unterschreiben, wird sie offiziell als Stellungnahme der internationalen Wissenschaft auf der Generalversammlung des IAP im Dezember dieses Jahres in Kairo verkündet.

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Ballkünstler zur Fußball-WM

MAINZ. Wenn ein Künstler mit der Nationalelf der Fußball-Weltmeisterschaft entgegenfiebert, entsteht Spielkultur besonderer Art. Bei Ludwig Harig sowieso. Seit 1974 verfolgt der vielfach ausgezeichnete Schriftsteller dichtend das Geschehen auf dem Rasen und definiert das Verhältnis von Ball und Kopf neu. Am 22. Juni 2006, um 19 Uhr, liest er in der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz Fußballsonette aus seinem neuen Band "Die Wahrheit ist auf dem Platz" und andere Texte rund um den Ball. Spielfreude ist garantiert.

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Ausschreibung des Schelling-Preises endet im Juni

MÜNCHEN. In diesem Jahr wird erstmals der neu gestiftete "Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling-Preis der Bayerischen Akademie der Wissenschaften" vergeben. Er ist mit 25.000 Euro einer der höchstdotierten Preise einer wissenschaftlichen Einrichtung in Bayern.

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Unterwegs: Akademienunion vertritt ihre Mitglieder auf internationalen Treffen

BERLIN. Die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften hat sich international zu einem gefragten Ansprechpartner entwickelt. Sie vertritt ihre Mitglieder bei acht europäischen und weltweit agierenden Netzwerken der Wissenschaftsakademien und hat vom InterAcademy Panel den Auftrag bekommen, ein Statement zur Grünen Gentechnik zu organisieren. Allein von März bis Mai reisen Delegierte der Akademienunion zu vier verschiedenen internationalen Treffen.

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Veranstaltungskalender

Die Akademien der Wissenschaften bieten Ihnen eine Vielzahl von Vorträgen, Symposien und Präsentationen. Manche sind eher für ein Fachpublikum geeignet oder nur mit Einladung zugänglich, andere sprechen die breite Öffentlichkeit an. Wenn Sie Fragen zu einer Veranstaltung haben oder als Medienvertreter bzw. interessierter Zuhörer teilnehmen möchten, wenden Sie sich bitte an die entsprechende Akademie. Die Kontaktadressen finden Sie am Ende des Kalenders.

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Neu erschienen

Zeithistoriker Gerhard A. Ritter greift in Föderalismus-Debatte ein

MÜNCHEN. Einfach war es noch nie, das Verhältnis zwischen Bund und Ländern, zwischen Föderalismus und Parlamentarismus in Deutschland. In einer Publikation der Bayerischen Akademie der Wissenschaften systematisiert Gerhard A. Ritter die spannungsreichen Entwicklungen seit der Gründung des Deutschen Bundes 1815, beleuchtet die zunehmende Verflechtung beider Instanzen nach 1949 und analysiert aus der Sicht eines Zeithistorikers die derzeitigen Probleme der Föderalismusreform.

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Was ein Kuhschwanz über die Weide verrät

MÜNCHEN. Es gibt Datenspeicher, die waren von der Natur nie als solche vorgesehen. Der Schwanz einer Kuh zum Beispiel. In den etwa 50 Zentimeter langen Haaren archiviert sie Jahr für Jahr unzählige Informationen darüber, wo sie geweidet hat. Den Zustand eines ganzen Ökosystems können Wissenschaftler daraus rekonstruieren. Welche weiteren Möglichkeiten die Analyse stabiler Isotope der ökologischen Forschung bietet, präsentiert der Berichtband "Auf Spurensuche in der Natur" der Kommission für Ökologie der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Er umfasst die Vorträge und Diskussionen einer gleichnamigen Tagung.

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Verantwortung der Wissenschaft

GÖTTINGEN. Welche Verantwortung tragen Wissenschaftler für ihr Tun? Vier Mitglieder der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen haben in öffentlichen Vorträgen aus den Gebieten Mikrobiologie, Medizin, Theologie und Rechtswissenschaften Denkanstöße zu dieser Frage gegeben. Die Vorträge sind nun als Sammelband erschienen.

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Gelehrtenverzeichnis schrittweise online abrufbar

MÜNCHEN. Die mittelalterlichen Ursprünge der Wissensgesellschaft macht das Repertorium Academicum Germanicum (RAG) sichtbar. Mit ihm entsteht ein Who’s Who der graduierten Gelehrten des Alten Reiches (1250 bis 1550). Es werden biographische Daten zu ca. 35.000 Gelehrten erschlossen, die an einer Universität des Alten Reichs oder des Auslands einen akademischen Grad erlangt haben. Jetzt ist das erste Segment unter www.rag-online.org online zugänglich.

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Weitere Publikationen aus den Akademien

Die Akademien bieten Ihnen eine Fundgrube von Publikationen aus den unterschiedlichsten Fächern. Manche sind nur für ein Fachpublikum geeignet, andere sprechen die breite Öffentlichkeit an. Eine Auswahl der aktuellen Neuerscheinungen finden Sie hier. Im Normalfall können Sie alle Publikationen über den Buchhandel beziehen.

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Personalia

Vizepräsident der Union erhielt Bundesverdienstkreuz 1. Klasse

HEIDELBERG. "In Anerkennung seiner herausragenden Leistungen in der Förderung des Dialogs zwischen Gesellschaftswissenschaften und der politischen Praxis" wurde Prof. Dr. Peter Graf Kielmansegg, Vizepräsident der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften und Präsident der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, am 8. März das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen.

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Leibnizpreis 2006 für Prof. Dr. Klaus Mezger

DÜSSELDORF. Wenn Klaus Mezger Himmelskörper untersucht, braucht er keine großen Gesteinsbrocken. Schon ein einzelnes Körnchen vom Mond, Mars oder der Erde reichen dem Geologen, um ihr Alter genau zu bestimmen und Schlüsselereignisse in der Geschichte der Planeten zu rekonstruieren. Für seine hochpräzisen Analysetechniken erhielt das Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften den Leibnizpreis 2006, den mit 1,55 Millionen Euro höchstdotierten deutschen Forschungspreis.

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Leipziger Wissenschaftspreis 2006 geht an Jürgen Haase

LEIPZIG. Der Physiker Dr. habil. Jürgen Haase vom Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung Dresden und der Universität Leipzig erhält für seine bahnbrechenden Entwicklungen auf dem Gebiet der Kernmagnetischen Resonanzspektroskopie (NMR) den Leipziger Wissenschaftspreis 2006. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird anlässlich der öffentlichen Frühjahrssitzung der Sächsischen Akademie der Wissenschaften am 7. April 2006, 11 Uhr, in der Alten Börse zu Leipzig übergeben.

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Michael Krüger mit dem Mörike-Preis geehrt

MAINZ. Er sei ein feinfühliger Beobachter des Alltags, dem keine Merkwürdigkeit entgeht und dessen Werk "die Eleganz des Intellektes mit hintergründiger Sensibilität" vereint. So begründete die diesjährige Jurorin, Felicitas von Lovenberg, ihre Wahl. Nach Wolf Biermann, Sigrid Damm und anderen erhielt der Lyriker, Erzähler und Romancier Michael Krüger für sein Gesamtwerk den Mörike-Preis der Stadt Fellbach. Der Preis ist mit 12.000 Euro dotiert.

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Literaturpreis für Bestseller-Autor Daniel Kehlmann

MAINZ. Der eine reist um die Welt, um sie zu vermessen, der andere sitzt am Schreibtisch. Und der Roman, den Daniel Kehlmann über das Treffen von Carl Friedrich Gauss und Alexander von Humboldt schrieb, erklimmt ungewöhnliche Höhen: "Die Vermessung der Welt" führt die Spiegel-Bestsellerliste an. Für seine Werke, die sich laut Jury "ebenso spielerisch und humorvoll" in Naturwissenschaft und Philosophie bewegen, wird Kehlmann nun mit dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung ausgezeichnet. Der Preis wird am 18. Juni in Weimar verliehen.

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Wie Bilder Angst machen

HEIDELBERG. Für ihre Forschung über die neuronalen Grundlagen von Furcht wurde Dr. Silke Anders mit dem Förderpreis der Ingrid zu Solms-Stiftung ausgezeichnet. Sie analysierte, ob unangenehme Bilder, die das Großhirn gar nicht bewusst wahrnehmen kann, dennoch Gefühle wie Furcht auslösen können. Die Studie erschien in der Fachzeitschrift "Nature Neuroscience".

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Friederici ist neue Vizepräsidentin der Berlin-Brandenburgischen Akademie

BERLIN. Professor Angela D. Friederici wurde als erste Frau in diesem Amt zur Vizepräsidentin der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften gewählt. Seit Anfang 2006 ist außerdem Winnetou Sosa als neuer Verwaltungsdirektor der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften tätig.

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Der Slavist Prof. Lehfeldt wird Vizepräsident der Göttinger Akademie

GÖTTINGEN. Beinahe hätte er nicht einmal studieren dürfen. "Die Partei" in seiner brandenburgischen Heimatstadt bemängelte bei ihm das Fehlen von Engagement für den "Sozialismus". Um ein Universitätsstudium aufnehmen zu können, musste Werner Lehfeldt "Republikflucht" begehen, also nach Westdeutschland übersiedeln. In diesem Jahr hat ihn das Plenum der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen zum Vizepräsidenten und Vorsitzenden der Philologisch-Historischen Klasse gewählt. Er tritt sein Amt am 1. April 2006 an.

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Neue Akademiemitglieder gewählt

Die Akademien in Düsseldorf, Göttingen, Leipzig und München haben hervorragende Gelehrte zu neuen Mitgliedern gewählt. Die Wahl gilt als eine hohe Auszeichnung in der wissenschaftlichen Welt.

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Bayerische Akademie der Wissenschaften
Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften
Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig





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