Tibetisches Wörterbuch

Das Wörterbuch der tibetischen Schriftsprache erscheint seit 2005 an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Seine besondere wissenschaftliche Bedeutung besteht darin, dass es die Entwicklung des tibetischen Wortschatzes aus historischer Perspektive deutlich macht.

In diesem Belegstellenwörterbuch werden erstmals systematisch Originaltexte zitiert und in die deutsche Sprache übersetzt. Hierfür werden repräsentative Texte vom 8. bis zum 19. Jahrhundert ausgewertet, mithin aus dem gesamten Zeitraum seit Einführung der Schrift in Tibet. Das ausgewertete Textkorpus umfasst vor allem alttibetische Inschriften, historische Dokumente, einheimische Geschichtswerke und Biographien, Belletristik, religiöse Werke des Buddhismus und der Bon-po, wissenschaftliche Abhandlungen und einheimische Lexika.

Das Werk ist auf mehrere Bände angelegt und wird in fortlaufenden Lieferungen veröffentlicht. Bisher sind 34 Faszikel erschienen. Die Idee zu diesem Wörterbuch geht auf den Münchner Indologen und Tibetologen Helmut Hoffmann zurück, der bereits 1954 erste Textexzerpte anfertigen ließ. Seit 1970 wird das Projekt im Rahmen des Akademienprogramms gefördert.

Das Wörterbuch der tibetischen Schriftsprache ist ein unabdingbares Referenzwerk für alle, die sich mit der Sprache und Kultur Tibets befassen, und ebenso ein wichtiges Hilfsmittel für Nachbardisziplinen wie Indologie, Sinologie, Mongolistik und Buddhismuskunde.

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