SAPERE (Schriften der späteren Antike zu ethischen und religiösen Fragen)

Das Forschungsprojekt SAPERE hat es sich zur Aufgabe gemacht, griechische und lateinische Texte der späteren Antike (1.-4. Jh. n. Chr.) mit einer besonderen Bedeutung für die Religions-, Philosophie- und Kulturgeschichte vor dem Vergessen zu bewahren.

Die Texte gehörten noch bis ins 19. Jh. zum Bildungskanon, fielen dann aber einer stark klassizistisch geprägten Literaturbetrachtung zum Opfer. Seitdem fristen sie in Bibliotheken ein unbeachtetes Dasein, sofern sie nicht schon Gegenstand einer der SAPERE-Bände geworden sind. Darunter sind die unter Platons Namen überlieferte Schrift "Über den Tod", in der es um die Kunst geht, sich gefasst ins Jenseits zu verabschieden, aber auch Plutarchs Dialog "Über die Liebe".

  • SAPERE (Schriften der späteren Antike zu ethischen und religiösen Fragen)

    "Aspasia im Gespräch mit Sokrates" von Nicolas André Monsiau (ca. 1800) // Wikimedia Commons

Mit dem Titel soll an alle Konnotationen des lateinischen sapere angeknüpft werden, nicht nur an die intellektuelle, die Kant mit seinem sapere aude, "Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen", zum Wahlspruch der Aufklärung gemacht hat, sondern auch an die sinnliche des "Schmeckens", die den Leser "auf den Geschmack" des wiederentdeckten Textes bringen will.

Das eigentlich Innovative besteht in der fachübergreifenden Bearbeitung: Neben dem Originaltext mit einer gut lesbaren Übersetzung bietet jeder Band Essays von Fachleuten verschiedener Disziplinen - Theologie, Philosophie, Geschichte, Archäologie, ältere und neuere Philologien -, die den Text aus ihrer Perspektive erläutern und die aktuelle Bedeutung des Werkes für Forschung und Gesellschaft hervorheben.

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