RISM (Répertoire International des Sources Musicales, Deutsche Quellen)

Aufgabe des Vorhabens ist die Erfassung der für die Musikforschung wichtigen Quellen in Deutschland von ca. 1600 bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. In der deutschen Arbeitsgruppe von RISM gibt es zwei Arbeitsstellen, die sich die Quellenerfassung regional teilen, zum einen an der Sächsischen Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden und zum anderen an der Bayerischen Staatsbibliothek München.

Die in dem Projekt erarbeiteten Ergebnisse werden direkt in die Datenbank der internationalen RISM-Zentraldirektion in Frankfurt katalogisiert. Die Katalogisierung der gedruckten Musikalien (Musikdrucke bis 1800, Libretti bis 1850) gilt als weitgehend abgeschlossen. Seit Projektbeginn wurden ca. 181.600 Titelmeldungen an die RISM Zentralredaktion zur Veröffentlichung in den verschiedenen RISM-Serien von Druckausgaben übermittelt (Notendrucke, Theoretica, Libretti). Dennoch werden weiterhin Nachträge gesammelt, die von Bibliotheken gemeldet werden oder sich im Zuge der laufenden Arbeit ergeben. Im Zentrum der Arbeit steht die Erschließung der Musikhandschriften in den deutschen Bibliotheken und Archiven. Bislang konnten über 470 Sammlungen bearbeitet und die Ergebnisse über den monatlich aktualisierten RISM-OPAC der RISM-Zentralredaktion veröffentlicht werden (opac.rism.info). Derzeit (08. Juni 2017) sind 420.922 Titelaufnahmen zu Handschriften aus deutschen Sammlungen im RISM-OPAC nachgewiesen (insgesamt weltweit 965.471).

  • RISM (Répertoire International des Sources Musicales, Deutsche Quellen)

    Johann Rudolf Schellenberg (1740-1806), Ausschnitt aus ›Concerto a Cembalo obligato con strumenti‹ (Staatliche Graphische Sammlung München, Inventarnummer Z 22364)

Seit 1979 ist das Ziel des „Répertoire International d’Iconographie Musicale“ (RIdIM) die Erschließung von Werken der Bildenden Kunst und des Kunsthandwerks, die mit Musik und Tanz in Zusammenhang stehen bzw. diese abbilden. Innerhalb des internationalen RIdIM-Verbundes übernimmt die an der Bayerischen Staatsbibliothek München angesiedelte Arbeitsstelle die Bearbeitung von Objektbeständen im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Aufgrund der früheren Teilung des Landes wurden ausschließlich Objekte aus Sammlungen der alten Bundesländer in den Datenbestand der Münchner RIdIM-Arbeitsstelle einbezogen. Das ergibt heute einen immensen Nachholbedarf nicht nur bei größeren und kunsthistorisch bedeutenden öffentliche Institutionen, sondern auch bei kleineren und mittleren Einrichtungen. Derzeit umfasst der Bestand der RIdIM-Arbeitsstelle Datensätze zu ca. 20.800 musikikonographisch relevanten Darstellungen aus 145 Museen, Archiven und Bibliotheken. In digitaler Form liegen 17.765 Datensätze vor, davon sind 17.413 in der Webdatenbank online abrufbar. Weiterhin stehen der Arbeitsstelle 13.080 digitale oder digitalisierte Bilder zu dokumentarischen Zwecken zur Verfügung, von denen mit Genehmigung der die Bildrechte besitzenden Institutionen 3.810 über die Webdatenbank einsehbar sind.

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