Patristik: Dionysius-Areopagita

Die Aufgabe ist die kritische Edition der Werke, die unter dem Namen Dionysius Areopagita überliefert sind. Wegen der ungeheuren Wirkung der Synthese von neuplatonischer Philosophie und christlicher Theologie des unbekannten Autors aus der Zeit um 500 n.Chr. ist die handschriftliche Überlieferung sehr umfangreich. Hinzu kommt, daß das Corpus von zehn Schriften ausschließlich in einer Redaktion des Johannes von Skythopolis († 553) tradiert wurde. Deswegen gehören der Prolog und vor allem die kommentierenden Scholien zur Corpus-Überlieferung. Die Werke, die außerhalb des Corpus unter dem Namen Dionysius Areopagita umliefen, werden in der verzweigten Überlieferung gesichtet und ebenfalls ediert werden. Schließlich wird das weitest verbreitete Häresienkriterium, die Anakephalaiosis nach Epiphanius von Salamis († 403),  kritisch ediert werden, ein dringendes Desiderat und für die Scholien zu Dionysius unverzichtbar.

  • Patristik: Dionysius-Areopagita

    Frontispiz des flämischen Malers und Kupferstechers Peter Paul Rubens zur Antwerpener Dionysius Areopagita-Edition des Jesuiten Balthasar Cordier aus dem Jahr 1634 // SUB Göttingen

Die Schriften des Corpus sind ediert. An der Edition der griechischen Scholien wird gearbeitet. Die für das lateinische Mittelalter unentbehrliche Scholienübersetzung des Anastasius Bibliothecarius aus den Jahren 867-875 wird vorbereitet. Die Werke außerhalb des Corpus werden in den orientalischen Überlieferungen überprüft. Für die Anakephalaiosis werden die ersten Handschriften kollationiert.
Angegliedert sind das Projekt Apophthegmata Patrum und das Projekt Gregor von Nyssa, das mit der Edition von De anima et resurrectione (Leiden 2014) vorläufig abgeschlossen ist.

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