Neuedition, Revision und Abschluss der Werke Immanuel Kants

Die Königlich Preußische Akademie der Wissenschaften nahm 1894 eine umfassende Gesamtausgabe der Schriften Immanuel Kants in Angriff, die seit 1900 in den Abteilungen "Werke", "Briefwechsel", "Handschriftlicher Nachlass" und "Vorlesungen" erscheint. Das Vorhaben wird die Ausgabe zu einem endgültigen Abschluss bringen, indem die Abteilungen "Werke" und "Briefwechsel" neu oder in revidierter Form herausgegeben, essentielle Textlücken gefüllt und eine Vielzahl gravierender Mängel in den bereits vorliegenden Bänden beseitigt werden. Damit soll "Kant's gesammelte Schriften" wieder zur internationalen Referenzausgabe für die wissenschaftliche Forschung werden.

  • Neuedition, Revision und Abschluss der Werke Immanuel Kants

    Immanuel Kant, Gemälde aus dem Dresdner Kunsthandel, um 1790, aus: Karl Heinz Clasen, Kant-Bildnisse, Königsberg 1924 und Handschrift aus der Staatsbibliothek zu Berlin

Neben der Edition des Bandes 26.2 der Vorlesungen über "Physische Geographie" und der Neuedition des "Opus postumum" in den Bänden 21 und 22 werden erstmalig ediert: Kants handschriftliche Anmerkungen in seinem Handexemplar von Alexander Gottlieb Baumgartens "Metaphysica" (3. Aufl., Halle 1750), die seit 1955 neu gefundenen 32 Briefe sowie die umfangreiche amtliche Korrespondenz Kants, insbesondere die Texte aus und über Kants akademische Tätigkeit als Lehrer, Dekan und Rektor der Universität Königsberg.

Um die innere Geschlossenheit der Ausgabe wieder herzustellen, müssen darüber hinaus zahlreiche Revisionen vorgenommen werden: die Neubearbeitung des Bandes 4 mit grundlegenden Texten wie der "Grundlegung zur Metaphysik der Sitten", die Edition eines Schlussbandes der Nachlass-Abteilung, der neben Baumgartens "Metaphysica" auch den nicht zum "Opus postumum" gehörenden Manuskriptbestand und die seit 1955 neu gefundenen, außerhalb der Akademie-Ausgabe publizierten "Losen Blätter" enthalten soll, sowie in einer separaten Ausgabe die Edition sämtlicher Vorlesungsnachschriften von Johann Gottfried Herder.

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