Mittellateinisches Wörterbuch

Das Mittellateinische Wörterbuch ist ein Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Akademien der Wissenschaften, der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften.

Es ist das umfangreichste unter den nationalen Wörterbüchern, die nach dem Plan der Union Académique Internationale einmal zu einem umfassenden Lexikon der mittelalterlichen Latinität vereint werden sollen.

  • Mittellateinisches Wörterbuch

Das Mittellateinische Wörterbuch fußt auf der lateinischen Literatur, die im Mittelalter im deutschen Sprachgebiet entstanden ist. Hinzu kommen wichtige Texte zur deutschen Geschichte im weiteren Sinne, das heißt vor allem Quellen aus dem Frankenreich und aus dem sogenannten Reichsitalien sowie das gesamte Urkundenmaterial. Über die eigentlichen geographischen Grenzen des Wörterbuchs hinaus werden auch fachliterarische Texte ausgewertet, so dass die Terminologie aus Theologie, Liturgie- und Kirchengeschichte, Philosophie, Ethik, Logik, Mathematik, Geometrie, Komputistik, Astrologie bzw. Astronomie, Zoologie, Botanik, Alchemie, Pharmazie, Medizin, Anatomie, Chirurgie, Rechtswissenschaft, Kanonistik, Grammatik und Musik in angemessener Weise berücksichtigt wird.

Das Wörterbuch spannt den zeitlichen Rahmen von der Merowingerzeit bis zum Todesjahr von Albertus Magnus (1280). Damit schließt es einerseits unmittelbar an den Thesaurus linguae Latinae [Link zum Projekt: www.thesaurus.badw.de/das-projekt.html ] an, der sich mit dem antiken Latein befasst. Zum anderen finden die Aristotelesrezeption und die scholastische Terminologie des hohen Mittelalters Aufnahme, ohne dass die danach noch weit umfangreichere Textproduktion in vielen Gebieten das Fortschreiten des Unternehmens behindern würde.

Die Arbeitsstelle stellt das deutsche, österreichische und schweizerische Quellenmaterial für das internationale Novum Glossarium bereit. Interessierten Wissenschaftler(inne)n steht außerdem das Zettelarchiv zu Forschungszwecken zur Verfügung. Ferner erteilen die Mitarbeiter(innen) des Projekts auf Anfrage gern Auskunft in sprachlichen und lexikalischen Fragen für Editionen und Spezialforschungen.

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