Formulae - Litterae - Chartae. Neuedition der frühmittelalterlichen Formulae inklusive der Erschließung von frühmittelalterlichen Briefen und Urkunden im Abendland (ca. 500 - ca. 1000 n. Chr.)

Ziel des Langzeitvorhabens ist die systematische Aufarbeitung und Edition frühmittelalterlicher Musterurkunden und -briefe (Formulae) sowie die Erforschung des formelhaften Schreibens in Westeuropa vor dem 11. Jahrhundert. Das Forschungsprojekt ist an der Schnittstelle von Geschichte, lateinischer Philologie und Rechtsgeschichte verankert und untersucht eine für die Erforschung der frühmittelalterlichen Gesellschaft wichtige Quelle. Die Formulae dokumentieren die Vielfalt des gelehrten Schreibens und sollen im Rahmen des Projekts Monumenta Germaniae Historica (MGH) kritisch ediert, kommentiert und mit Übersetzung publiziert werden. Sie enthalten unentbehrliche Informationen der Sozial-, Wirtschafts-, Kultur-, Rechts- und Mentalitätsgeschichte und sind ein Zeugnis des sprachlichen Wandels von der Spätantike zum Mittelalter.

  • Formulae - Litterae - Chartae. Neuedition der frühmittelalterlichen Formulae inklusive der Erschließung von frühmittelalterlichen Briefen und Urkunden im Abendland (ca. 500 - ca. 1000 n. Chr.)

    St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 550, S. 75 (Anfang einer Musterurkunde für eine Schenkung aus den Formulae Augienses)

Die frühmittelalterlichen Formulae sind meistens in Sammlungen überliefert, die jetzt in einer digitalen Edition zugänglich gemacht werden sollen. Eine Datenbank samt e-Lexikon wird die Erforschung des formelhaften Schreibens im lateinischen Früh- und Hochmittelalter und den Vergleich mit anderen Briefen und Urkunden aus derselben Zeit ermöglichen sowie ein wichtiges Arbeitsmittel für weitere Forschungen liefern.

Das Langzeitforschungsprojekt, unter der Leitung von Prof. Dr. Philippe Depreux, startete seine Arbeit am 12.01.2017 und ist auf eine Gesamtlaufzeit von 15 Jahren angelegt. Es wird in Kooperation mit der Universität Hamburg durchgeführt.

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