Epigraphische Datenbank römischer Inschriften (EDH)

Das Vorhaben Epigraphische Datenbank Heidelberg (EDH) wurde im Jahr 1986 mit einer Laufzeit von fünf Jahren im Rahmen des Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Programms gegründet und ab 1991 von der Fritz-Thyssen-Stiftung weitergefördert. Seit 1993 ist es eine Forschungsstelle der Heidelberger Akademie der Wissenschaften mit einer vorgesehenen Laufzeit bis 2020. Aufgabe des Forschungsvorhabens ist die Aufnahme und Bearbeitung lateinischer und bilinguer (lateinisch-griechisch) Inschriften des Imperium Romanum in einer komplexen Datenbank und deren benutzerfreundliche Präsentation im Internet. Die epigraphischen Dokumente werden in überprüfter Lesung und verbunden mit aktuell ca. 1,3 Mio. forschungsrelevanten Metadaten sowie mit Fotos dargeboten. Die EDH hat sich damit auf internationaler Ebene als Instrumentarium etabliert, das der repräsentativen Sichtung, Ergänzung und interdisziplinären Auswertung epigraphischer Zeugnisse dient.

Die Datenbank umfaßt derzeit rund 74.000 Inschriften. Seit September 1997 wurde der Öffentlichkeit sukzessive die Inschriftendatenbank mit allen verfügbaren Informationen zu Inschrift und Inschriftträger über das Internet zugänglich gemacht. Seit 2004 kann auch die Epigraphische Bibliographie Heidelberg im Internet abgefragt werden (aktuell rund 15.000 Titel). Seit 2007 steht der vollständige Bestand der Epigraphischen Fotothek Heidelberg mit den wichtigsten Metadaten zu den abgebildeten Inschriften online zur Verfügung (derzeit rund 37.000 Datensätze und Digitalisate) und ist mit den zugehörigen Datensätzen der Inschriftendatenbank verknüpft. Die exakte Lokalisierung der Fundorte wird über die Einträge der 2012 eingerichteten und mit der Inschriftendatenbank verlinkten Geographie-Datenbank (derzeit rund 27.000 Fundorteinträge) gesteuert.

Unter der Obhut der Commissione epigrafia e informatica der AIEGL (Association Internationale d'Epigraphie Grecque et Latine) wurde 2003 der Beschluss für die Errichtung der internationalen epigraphischen Datenbankföderation gefasst. Derzeit wird neben der regulären Erweiterung des epigraphischen Datenbestandes zu den römischen Provinzen in der EDH an einem Konzept gearbeitet, die Nachnutzbarkeit der Daten und Infrastruktur durch den Einsatz offener Standards und Methoden der Digital Humanities zu gewährleisten.

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