Edition der evangelischen Kirchenordnungen des 16. Jahrhunderts

Kirchenordnungen sind ein im 16. Jahrhundert neu entstehender Quellentyp und eine unschätzbare Fundgrube für die Forschung. Sie spiegeln die Stellung des jeweiligen Landesherrn bzw. Magistrats wider, vor allem in der obrigkeitlichen Festlegung des Bekenntnisstandes und der daraus herrührenden Glaubensnormen. Die Kirchenordnungen der verschiedenen Territorien und Reichsstädte enthalten keineswegs nur interne kirchlich-theologische Anweisungen (gottesdienstliche Regelungen wie Gebetsformulare, Liturgien und Angaben zu Häufigkeit, Zeiten und Inhalten der Predigt), sondern auch zahlreiche organisatorische Regelungen, die bis in den Kompetenzbereich der Landes- und Polizeiordnungen übergreifen. So umfassen sie als integrale Bestandteile auch Anstellungsvoraussetzungen und -modi der Geistlichen, Regelungen zur Kirchendisziplin, Visitationsinstruktionen sowie Ehe- und Armenordnungen.

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