Corpus Vasorum Antiquorum (Bestände antiker Vasen in deutschen Museen) (CVA)

Im Rahmen des seit 1921 bestehenden Forschungsvorhabens der Union Académique Internationale veröffentlicht die interakademische Kommission für das Corpus Vasorum Antiquorum (CVA) die Bestände der griechischen und etruskisch-italischen antiken Tongefäße in deutschen Museen. Der Zeitrahmen umfasst die Phase von der minoisch-mykenischen bis zur hellenistischen Epoche, d.h. von ca. 1500 v. Chr. bis zur Zeitenwende. Der Schwerpunkt liegt jedoch auf der archaischen und klassischen griechischen Feinkeramik des 6.–4. Jahrhundert v. Chr.

  • Corpus Vasorum Antiquorum (Bestände antiker Vasen in deutschen Museen) (CVA)

    Ashmolean Museum, Oxford

Griechische Vasen werden seit geraumer Zeit weniger als reine Kunstwerke betrachtet, sondern vielmehr als wichtige Informationsquelle zur antiken Kulturgeschichte. Die figürlich bemalten Gefäße mit Szenen des Alltags, des Mythos, des Kults, des Theaters sowie historischer Ereignisse dienen entsprechend als Grundlage u.a. für Fragen der Religions-, Sozial-, Mentalitäts- und Kunstgeschichte. Daneben bilden die Gefäße, unabhängig von ihrer Bemalung, einen Ausgangspunkt für Forschungen zur Handels- und Technikgeschichte sowie zur Archäometrie (Materialkunde).

Aufgabe des CVA ist es, die Gefäße – nach ihrer Reinigung bzw. Restaurierung – den jeweils neuesten Standards gemäß fotografisch und zeichnerisch zu dokumentieren. Nur eine hohe Qualität der Dokumentation macht es möglich, das Potential der Gattung auszuschöpfen. Darauf aufbauend werden in wissenschaftlichen Kommentaren Fragen der Technik, der landschaftlichen und chronologischen Einordnung sowie der Funktion und ikonographischen Deutung behandelt.

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