Codex Diplomaticus Saxoniae (CDS)

Der „Codex diplomaticus Saxoniae“ (CDS) stellt die maßgebliche Edition der mittelalterlichen Urkunden der Markgrafen von Meißen, Kurfürsten von Sachsen und Landgrafen von Thüringen, der Urkunden der Städte und geistlichen Institutionen Sachsens sowie der in Sachsen überlieferten Papsturkunden dar. Das breit angelegte Urkundenwerk umfasst inzwischen mehr als 30 Bände mit insgesamt über 11.000 Urkunden aus dem 10. bis 15. Jahrhundert und besitzt aufgrund der herausragenden Stellung Sachsens und Thüringens unter den deutschen Geschichtslandschaften des Mittelalters weit überregionale Bedeutung. 1860 gegründet, erlebte das Unternehmen vor dem Ersten Weltkrieg eine einzigartige Blüte, kam danach aber weitestgehend zum Erliegen. Erst nach der Friedlichen Revolution und der Gründung des Freistaates Sachsen 1989/90 wurde es möglich, dieses wissenschaftliche Langzeitvorhaben in einer Aufgabenteilung zwischen Sächsischer Akademie der Wissenschaften zu Leipzig und dem Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e. V. in Dresden fortzuführen. Die Akademie übernimmt hierbei die Bearbeitung des Hauptteils I des Codex, der die Urkunden der Herrscher Sachsens und Thüringens bis 1485 umfasst. Ziel des laufenden Akademievorhabens ist die vollständige textkritische Edition der thüringischen und meißnischen Fürstenurkunden bis zum Jahr 1288. Das Forschungsprojekt ist damit derzeit das einzige wissenschaftliche Editionsvorhaben, das sich systematisch der Edition mittelalterlicher Fürstenurkunden des 13. Jahrhunderts widmet.

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