Averroes (Ibn Rušd) und die arabische, hebräische und lateinische Rezeption der aristotelischen Naturphilosophie

Die Aristoteleskommentare des Ibn Rušd oder Averroes (1126-1198) bilden eine Summe der spätantiken und der arabischen Rezeption der griechischen Philosophie. Als solche haben sie vor allem in ihren lateinischen und hebräischen Übersetzungen über Jahrhunderte einen prägenden Einfluss auf die jeweiligen Wissensdiskurse ausgeübt. Das Projekt hat einen noch unerschlossenen Ausschnitt aus Ibn Rušds Naturphilosophie zum Gegenstand, der zugleich einen Querschnitt durch die drei Sprachzweige der Überliefe-rung legt.

  • Averroes (Ibn Rušd) und die arabische, hebräische und lateinische Rezeption der aristotelischen Naturphilosophie

    Copyright: Thomas-Institut der Universität zu Köln

Das Projektziel einer vollständigen Edition aller Kommentare und Traktate Ibn Rušds zur Naturphilosophie adressiert neben dieser thematischen Schwerpunktsetzung weitere Desiderate der Forschung: Methodisch geht es darum, die Erforschung von Ibn Rušds erster Kommentarserie (die sogenannten Kompendien oder Epitomai), die bisher nahezu keine kritische Edition erhalten hat, auf eine sichere Basis zu stellen und im Kontext ihrer direkten Vorbilder zu analysieren. Deshalb werden drei von Ibn Rušd benutzte Kommentare Ibn Bāǧǧas (ca. 1075-1139) in die Edition einbezogen. Weiterhin sollen durch die Berücksichtigung aller drei Überlieferungsstränge Ibn Rušds Textrevisionen und Positionswechsel aufgedeckt werden. Für die Dokumentation aller Ergebnisse und Zwischenergebnisse des Projekts findet die digitale Plattform Digital Averroes Research Environment (DARE) Verwendung.

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