"Why proteins have to die so we shall live":

Ein Abend mit dem israelischen Nobelpreisträger für Chemie 2004,
Prof. Dr. Aaron Ciechanover

Auf gemeinsame Einladung der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften und der Deutschen Technion-Gesellschaft hat Prof. Dr. Aaron Ciechanover, Distinguished Professor der Medizinischen Fakultät des Technion, über seine im Dezember 2004 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnete Forschung referiert. Prof. Ciechanover erklärte am 21. Juni 2005 im Vortragssaal des Max-Liebermann-Hauses in leicht verständlichen Worten einen Bereich der biochemisch-medizinischen Forschung, der einem großen Teil des geladenen Publikum bisher verschlossen blieb.

Dem Vortrag gingen verschiedene Grußworte voraus:

Prof. Gerhard Gottschalk (Göttingen), Präsident der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften, ging in seiner Grußrede auf den Bezug zum historischen Ort der Veranstaltung ein. Dr. Christian Hodler, Vorsitzender der Deutschen Technion-Gesellschaft, erläuterte u.a. die Bedeutung Berlins für die Gründung des Technion und der ersten Deutschen Technion-Gesellschaft im Jahre 1924. (Bild unten)

Prof. Dr. Yitzhak Apeloig, Präsident des Technion – Israel Institute of Technology – ging in seinem Grußwort auf seine persönliche Verbindung zu Berlin als Humboldt-Stipendiat ein und erläuterte dem Publikum die aktuelle Situation des Technion.

Ilan Mor, der Gesandte des Staates Israel in Deutschland, der den im Ausland weilenden Botschafter Shimon Stein vertrat, ging in seinem ausführlichen Grußwort auf die große Bedeutung der Wissenschaft für sein Land und auf die Notwendigkeit der Kontinuität von engen wissenschaftlichen Beziehungen auch in den kommenden Generationen ein.

Das Max-Liebermann-Haus hatte aus Anlass des Vortrages für die Besucher der Vortragsveranstaltung seine Slevogt-Ausstellung am ausstellungsfreien Dienstag geöffnet. Pünktlich zum Veranstaltungsbeginn war der Vortragssaal bis auf den letzten Platz besetzt.

Reinhard Frank aus Cambridge, Massachusetts, langjähriges Mitglied der Deutschen Technion-Gesellschaft (und der ATS – American Technion Society), einer der beiden Stifter des Wissenschaftspreises der Deutschen Technion-Gesellschaft und Förderer der Vortragsveranstaltung, mit dem Gesandten Ilan Mor.

Ein erheblicher Teil des Publikums war aus verschiedenen deutschen Universitätsstädten angereist, um dem Vortrag des ersten israelischen wissenschaftlichen Nobelpreisträgers zu hören.

In seinem Vortrag erläuterte Prof. Dr. Aaron Ciechanover nicht nur die biomedizinischen Zusammenhänge seiner Forschung in verständlichen Worten, sondern er ließ auch den philosophischen und den weltanschaulichen Zusammenhang nie außer Betracht.

Prof. Dr. Helmut Schwarz, Vizepräsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft und Professor der organischen Chemie an der TU Berlin, moderierte die Diskussion zu den Fragen des Publikums, die sich an den Vortrag anschlossen.

Prof. Dr. Kurt Kutzler (links), Präsident der TU Berlin, und Prof. Dr. Yitzhak Apeloig (Mitte), Präsident des Technion, Israel Institute of Technology, deren beide Universitäten vor vier Wochen in Haifa den bestehenden Partnerschaftsvertrag erneuert und in Form eines unbefristeten Vertrags unterzeichnet haben, erläutern ihr Abkommen Ilan Mor, dem Gesandten des Staates Israel in Deutschland.

Prof. Dr. Kutzler und Harald Ermel (Mitte), Leiter der Abteilung Außenbeziehungen der TU Berlin, diskutieren während des Empfangs mit Dr. Amnon Barak, Direktor der GIF. Dr. Barak, Begründer und Direktor der German-Israeli-Foundation, hat seinen Amtssitz in Jerusalem. Er unterbrach seine Vorstandssitzung in Dresden für den Vortragsabend, um Prof. Aaron Ciechanover, der bereits drei aufeinander folgende GIF-geförderte Projekte mit deutschen Projektpartnern erfolgreich durchgeführt hat, persönlich zu begrüßen.

Der Empfang gab zahlreichen Eingeladenen die Möglichkeit für die Fortsetzung wissenschaftlichen Austausches. Beispielhaft stehen an hier Prof. Dr. Helmut Schwarz, TU Berlin, und Prof. Dr. Herbert Welling, Leiter des Laser-Zentrums der Universität Hannover.

Prof. Dr. Aaron Ciechanover diskutierte bereitwillig und engagiert auch nach dem offiziellen Ende der Diskussion mit dem Publikum.

Prof. Dr. Ciechanover, hier mit der Geschäftsführerin der Deutschen Technion-Gesellschaft am Ende eines erfolgreichen Vortragsabends. Diesem war eine dreistündige Reihe an Interviews mit verschiedenen Journalisten vorangegangen. Die Vertreter von Tages- und Wochenzeitungen sowie von Hörfunk und Fernsehen befragten sowohl den ersten israelischen wissenschaftlichen Nobelpreisträger über sein Forschungsgebiet, wie auch den Präsidenten des Technion, Prof. Yitzhak Apeloig, und den Vorsitzenden der Deutschen Technion-Gesellschaft, Dr. Christian Hodler, zur deutsch-israelischen wissenschaftlichen Kooperation und dem Stand des Technion als israelische Wissenschafts- und Technologieschmiede und zum Engagement der Deutschen Technion-Gesellschaft.

Prof. Dr. Schwarz und der Präsident Apeloig stehen für eine im besten Sinne des Wortes gelebte deutsch-israelische wissenschaftliche Kooperation, die sich nicht nur auf den wissenschaftlichen Austausch beschränkt, sondern über langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit auch das menschliche Miteinander umfasst. Diese Herangehensweise ist eines der Charakteristika der Deutschen Technion-Gesellschaft und wurde zu Recht im Vortrag von Herrn Prof. Dr. Ciechanover unterstrichen. Die Wissenschaft fungiert als zukunftsorientierter Friedensbeitrag, unabhängig vom Hintergrund der Einzelperson. Auch der gesandte Ilan Mor bekräftigte diese Leistung der Deutschen Technion-Gesellschaft in seiner Rede.


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