Amaldi-Konferenz

Auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges gründete die Nationale Akademie der Wissenschaften in den USA 1980 das Committee on International Security and Armament Control (CISAC) unter dem Vorsitzenden W.K.H. Panofsky. Die Idee, ein solches Gremium auch in Europa einzurichten, wurde von Prof. Eduardo Amaldi, der zu dieser Zeit Vizepräsident der Accademia Nazionale dei Lincei war, aufgegriffen. Er gründete 1988 die Working Group on International Security and Arms Control (SICA), deren Treffen nach seinem Tod in „Amaldi-Konferenzen“ umbenannt wurden.

Hauptanliegen der Amaldi-Konferenz, die von zahlreichen Wissenschaftsakademien und Gelehrtengesellschaften weltweit getragen wird, ist es, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die sich mit Fragen der Abrüstung und der internationalen Sicherheit befassen, ein internationales Forum zu bieten. Von deutscher Seite sind bei den Konferenzen jeweils bis zu zehn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vertreten, die von der Union für eine Teilnahme vorgeschlagen werden.

Seit ihrer Gründung haben die Amaldi-Konferenzen bereits zweimal auf Einladung der Union der Akademien in Deutschland getagt: 1992 in der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und 1999 in der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz.

Da die Finanzierung der Amaldi-Konferenzen durch die italienische Regierung 2005 ausgelaufen ist, ruhen die Konferenzen aktuell. Eine Arbeitsgruppe der Hamburger Akademie der Wissenschaften bereitet zurzeit eine künftige Weiterführung der Amaldi-Konferenzen vor.
 
Vertreter der Akademienunion:
Prof. Dr. Götz Neuneck
Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik in Hamburg



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