BMBF-gefördertes Projekt "Aufbau eines europäischen Akademienportals"

BMBF-gefördertes Projekt "Aufbau eines europäischen Akademienportals" (Kopie 1)

Hintergrund und Grundidee

Die europäischen Wissenschaftsakademien tragen mit ihren Forschungsvorhaben maßgeblich zur Erforschung und Bewahrung des kulturellen Erbes und der kulturellen Vielfalt und Identität Europas bei. Durch ihre langfristig angelegte Grundlagenforschung, insbesondere in den historischen Geistes- und Sozialwissenschaften, schaffen sie bedeutende Wissensspeicher.

  • Workshop 16. Januar 2017

    "Offen - Anschlussfähig - Nachhaltig"

    0 wordle, Dario Sabljak/ Fotolia, Anton Balazh / Fotolia, CC BY-SA 3.0 International Dunhuan Project
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Die zunehmende Digitalisierung der Forschung birgt für die Verfügbarkeit und Erschließung dieses Wissensschatzes sowie für nationale und internationale Kooperationen zwischen Akademien und darüber hinaus große Potentiale, die momentan noch nicht voll ausgeschöpft werden. Dies wurde durch die SASSH-Studie (Survey and Analysis of Social Sciences and Humanities Research at the Science Academies and Related Research Organisations of Europe, Leathem & Adrian, 2015) ermittelt. Unter anderem wurden Optimierungspotentiale in den Bereichen Publikation beziehungsweise Zugang zu digitalen Forschungsdaten im breitesten Sinn (wie zum Beispiel Digitalisaten von Primärquellen, digitalen Editionen, Datenbanken, aber auch Monographien und Artikel in digitaler Form) aus der Akademienforschung, Informationen und Beratungsangebote zu digitalen Forschungswerkzeugen, Standards, Lizenzen und Langzeitarchivierungslösungen, Erfahrungsaustausch und Informations- und Kooperationsmöglichkeiten mit Forschungsvorhaben anderer Akademien sowie mit europäischen Initiativen in den Bereichen digitale Geistes- und Sozialwissenschaften und Kulturerbe wie CLARIN, DARIAH oder Europeana festgestellt. Viele der durch die SASSH-Studie ermittelten Optimierungsbereiche können durch eine paneuropäische digitale Infrastruktur für die Akademienforschung adressiert werden.

Projektziel

Das derzeit laufende, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) von Oktober 2015 bis März 2017 geförderte Projekt der Akademienunion verfolgt das Ziel, den Rahmen für die geplante paneuropäische digitale Infrastruktur für die geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung an den Akademien zu sondieren. Hierbei sollen die Inhalte und Aufgabenbereiche, die Organisation, technische Fragen und erforderliche Ressourcen thematisiert werden.

Dazu werden die Grundanforderungen für ein zukünftiges europäisches Akademienportal für die Geistes- und Sozialwissenschaften ermittelt und Möglichkeiten geprüft, bestehende Angebote und Lösungskonzepte zu integrieren, weiterzuverwenden und anzupassen. Zwei Workshops, bilaterale Gespräche mit Vertretern europäischer Wissenschaftsakademien und Infrastrukturexperten sowie stichprobenartige Nutzerinterviews liefern die erforderlichen Vorgaben und Rückmeldungen zu den Grundanforderungen an die geplante Infrastruktur. In diesem Kontext arbeitet das Projekt eng mit ALLEA zusammen, um auf dem großen Netzwerk europäischer Akademien und der darin versammelten Expertise aufzubauen.

Außerdem wird ein potentielles Kernkonsortium gebildet, d.h. eine Arbeitsgruppe aus Partnerakademien, die daran interessiert sind, bei einer späteren Umsetzung von AGATE eine aktive Rolle zu übernehmen – vorausgesetzt, die Finanzierung ist gewährleistet – und eine Strategie entwickelt, um die Nachhaltigkeit der Ergebnisse in der Durchführungsphase sicherzustellen. Am Ende des laufenden Projekts wird ein Konzeptexposé für das geplante Portal vorliegen, das als Ausgangspunkt für die tatsächliche Umsetzung durch die Mitglieder des Kernkonsortiums dienen wird.

Konzept

Um den drei zentralen Optimierungbereichen – 1) bessere Sichtbarkeit und Konnektivität der Akademienforschung, 2) steigende Wiederverwendung digitaler Forschungsmaterialien und -ergebnisse und 3) wachsende Nachhaltigkeit digitaler Forschungs- und Publikationspraktiken, zu begegnen, sieht die Plattform zum jetzigen Stand der Planung zwei grundlegende Komponenten vor, die nach und nach mit zunehmend differenzierteren Funktionen ausgestattet werden können: eine Projektedatenbank und ein Service and Information Hub.

Eine ausführliche Beschreibung des Projekts mit einer Skizze der geplanten digitalen Infrastruktur können Sie hierdownloaden. Rückmeldungen und Anregungen zum AGATE-Konzept sowie zu den nächsten Schritten des Projekts werden von der Projektkoordinatorin Dr. Ulrike Wuttke gerne entgegengenommen.


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